8 Kommentare zu „Ideenlehre“

  1. Hallo David,

    vielen Dank für die sicherlich mühevolle Arbeit die Scripte und Videos zu erstellen. Ich studiere selber an der Fernuni Hagen Kulturwissenschaften und habe im März die P1 Prüfung. Da die Scripte der Fernuni mir manchmal ziemlich diffus erscheinen (je nach Themengebiet, besonders schlimm in der Philosophie des Geistes), sind deine Videos und Beiträge eine willkommene Hilfe. Man merkt, hier hat sich jemand Gedanken gemacht schwierige Sachverhalte klar und verständlich zu erklären, auch ist ein roter Faden zu erkennen, den ich mir in meinen Essays auch wünschen würde.
    Über weitere Beiträge zur Philosophie oder zum Fernstudium würde ich mich freuen, es motiviert mich selber am Studium dran zu bleiben, denn gerade in P1 fühle ich mich doch „verloren“ in der ganzen Theorie 🙂

    Viele Grüße

    1. Hey Franziska,

      danke für dein Feedback! Vor kurzem habe ich meine B.A.-Arbeit ausgerechnet zu einem Thema aus dem Bereich der Philosophie des Geistes eingereicht (weiß allerdings noch nicht, wie ich abgeschnitten habe) – wenn du also zu dem Bereich konkrete Fragen hast, kann ich evtl. mit frisch recherchiertem Halbwissen behilflich sein 😉 (oder besser: passenden Lektüre-Tipps) // In jedem Fall gutes Gelingen weiterhin und viel Spaß im Fernstudium! Liebe Grüße

      1. Hallo David,
        ich drück dir die Daumen für deine B.A.-Arbeit und bin mir ziemlich sicher, dass du da bestimmt gut abgeliefert hast 🙂 An sich ist Philosophie des Geistes ein spannendes Thema, ich tue mich leider schwer mit dem Script 😉 Vor allem die vielen verschiedenen Theorien zu Monismus und Dualismus…und teilweise ist das Script auch für mich schwer verständlich, z.B. wird zu Descartes Dualismus geschrieben, er gehe davon aus, dass „die Seele endet erst, wenn das Denken endet“. Weiter folgt keine Erläuterung und ich bin davon ausgegangen, die Seele stirbt mit dem Körper. Aus der Originalquelle geht aber was anderes hervor…. -.- Aber mir brennt noch eine andere Frage unter den Nägeln und da du Philosophie als Hauptfach belegt hast, wäre ich interessiert wie du das siehst: Sind die Scripte und Lehrinhalte in P1 und P2 zu einseitig theistisch bzw. christlich? Ein Kommilitone hatte sich darüber aufgeregt, dass Philosophen wie Feuerbach, Nietzsche, Russel, Schopenhauer usw. kaum behandelt werden. Ich selbst habe bisher nur P1 belegt, aber es scheinen tatsächlich viele Profs und Mitarbeiter in Lehrgebiet II einen theologischen Hintergrund zu haben. Ich persönlich bin auch etwas erschrocken, dass Prof. Hoffmann und Knaup eine harte Linie fahren zum Thema Pränataldiagnostik und Abtreibung. Ich wollte auch Philosophie als Hauptfach belegen, deshalb die Frage. Naja, wenn ich mal soweit bin wird Medizin-Ethik wohl nicht mein Thema für die B.A.-Arbeit 😉

        Sorry für den langen Text und viele liebe Grüße

        1. Zu Descartes und seiner Philosophie kann ich dir ein Buch von Dominik Perler empfehlen, mit dem schlichten Titel »René Descartes« (aus der Beck’schen Reihe) – sehr gut lesbare Zusammenfassung seiner zentralen Gedanken und Thesen. Jedenfalls will sich Descartes zum Fortleben der Seele nach dem Tode gar nicht festlegen – aus diesem Grund hat er in der zweiten Auflage extra den Untertitel seiner Meditationen geändert (nachdem sein Korrespondenz-Verwalter Mersenne den Untertitel der ersten Auflage, über die Unsterblichkeit der Seele, gesetzt hatte). Die Sterblichkeit der Seele läge letztlich in Gottes Händen, meint Descartes. Und apropos Gott…

          Mir sind die Inhalte in P1 und P2 ehrlich gesagt nicht als einseitig christlich oder theistisch erschienen; hatte aber auch gar nicht auf diesen Aspekt geachtet (als totaler Laie im Bereich der Philosophie war alles Neuland für mich, da hatte ich nach Feuerbach & Co gar nicht »Ausschau gehalten«). Schopenhauer kommt im Kursheft zur Tierschutzethik vor, Russell wird im Kursheft zur Theoretischen Philosophie thematisiert (hinsichtlich seiner Kritik an Platon) – aber es stimmt, viel Fokus liegt auf diesen Herren (auch Nietzsche), soweit ich mich erinnern kann, tatsächlich nicht. Dennoch hatte ich im Laufe des Studiums nie das Gefühl in irgendeine Ecke gedrängt und in meinem Fokus allzu sehr gelenkt zu werden. Habe mich viel mit Scheler und Plessner beschäftigt, und später mit Butler und Haraway, Gender Studies und sowas, das war alles andere als christlich – aber super interessant!

          Was die »harte Linie« zu Pränataldiagnostik und Abtreibung angeht, die ist mir gar nicht aufgefallen (leider – klingt nach einer spannenden Beobachtung, um bei Seminaren mal persönlich nachzuhaken und es zu diskutieren). Medizinethik hab ich allerdings auch ein bisschen links liegen lassen – leider, leider muss mit Blick auf Prüfungen ja immer ein strenges Haushalten mit der eigenen Aufmerksamkeit und Lernkapazität stattfinden.

          Liebe Grüße!

          1. Hallo David,
            vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Jetzt ergibt es auch Sinn, warum Descartes Position im Studienbrief nicht genauer festgelegt wird. Beim nächsten Bibliotheksbesuch werde ich das Buch mal besorgen.

            Falls du selber mal einen Eindruck von Prof. Hoffmann und seiner Meinung zum Thema Abtreibung, Suizid usw. haben möchtest, es gibt Videos. https://www.youtube.com/watch?v=NorqjspdLpo
            Allerdings kann ich seine „Fakten“ ab Minute 11 (angebliche wäre Kindstötung Neugeborener in demokratischen Staaten der USA erlaubt usw) nicht recherchieren. Und nach dem Anschauen des Videos bin ich mir nicht sicher, ob ich wirklich mal auf ein Medizinethikseminar gehen möchte…

            Da beruhigt mich deine Einschätzung über den Studiengang doch sehr, ich hatte schon Angst, ich würde um dieses Thema nicht herumkommen. Vielleicht kommt doch nochmal eine Nitzsche oder Feuerbach Seminar.

            Viele liebe Grüße zurück!

          2. Danke für den Link, Franziska! Sehr interessanter Vortrag. Im stimme dir zu, dass daraus in der Tat eine ziemlich »harte Linie« spricht, die mir persönlich nicht zeitgemäß erscheint. Habe via Kommentar mal nachgehakt, hinsichtlich einer Quelle zur gesetzlich erlaubten Kindstötung. Schade, dass sich dieser Vortrag gar nicht auf die republikanisch regierten Bundesstaaten der USA und deren lebensbedrohliche Politik für Millionen von Menschen bezieht… doch bei näherer Betrachtung, wie der »Bundesverband Lebensrecht« so tickt, verwundert es nicht.

  2. Hallo David,
    schön, dass du das auch so siehst. Falls du eine Antwort bekommst auf deine Frage, würde mich die Quelle auch sehr interessieren.

    Ansonsten freu ich mich auf weitere inspirierende Blog-Beiträge von dir.
    Viele liebe Grüße

    PS: das P2 Script Medizinethik ist im WS18/19 überarbeitet worden – ich bin schon gespannt, bekomme es Mitte März zugeschickt. Der Autor Prof. Günther Pöltner steht dem opus dei nahe und ist auch Redner auf verschiedenen theologischen Veranstaltungen – warum sollte es auch anders sein, wenn gefühlt alle Profs aus dem Bereich praktische Philosophie einen theologischen Hintergrund haben…

  3. Christine Mail

    Guten Tag David und Franziska,
    zunächst vielen Dank an David für die vielen interessanten Beiträge!
    Ich bin auch Studierende an der Fernuni Hagen, KWS und habe im letzten Semester das Modul P2 mit sehr viel Frust abgeschlossen, obwohl mich die Praktische Philosophie eigentlich besonders interessiert. Meines Erachtens hat Franziska mit ihrem Eindruck, dass die Skripte teilweise zu christlich einseitig sind, Recht. Der (inzwischen sehr alte) Leitkurs „Einführung in die Praktische Philosophie“ leistet es m.E. nicht, einen objektiven Überblick über die wichtigsten (d.h. weit rezipierten) philosophischen Positionen bezüglich Ethik und Rechtsphilosophie ( von der Kurseinheit 3, den „Exemplarischen Konkretionen“ zu Bioethik und Wirtschaftsphilosophie etc. ganz zu schweigen) zu geben, sondern stellt Positionen, die nicht explizit christlich sind, weniger dar, als dass er sie lediglich kritisiert. Deutliches Beispiel: John Rawls wird auf 1 1/2 abgehandelt. Viele weitere wichtige Positionen (des 20. und 21. Jahrhunderts) werden gar nicht erst erwähnt. Dafür wird Fichte breit getreten. Der Kurs führt m.E. sehr subtil in das christlich-konservative Denken von Prof. Hoffmann ein und die klausurvorbereitenden Übungsaufgaben wie auch die Klausur selbst sind ganz darauf ausgerichtet, dass unkritisch nachzuplappern.
    Mir ist der von Franziska verlinkte Vortrag von Prof. Hoffmann auch unangenehm aufgefallen. Wen es interessiert, kann sich auch noch seine Ausführungen zur Sterbehilfe hier: https://www.gemeindenetzwerk.de/?p=4364#more-4364 anschauen. Oder dieses von ihm geführte tendenziöse „Interview“ mit der 2009 in die Kritik geratene Frau Prof. Düsing (siehe dazu bei Wiki die Marburger Erklärung 2009): https://www.gemeindenetzwerk.de/?p=6369#more-6369. Beides auf einem – in meinem Augen – sehr dubiosen Portal.
    Oder lest mal diesen Artikel „Zur aktuellen Diskussion um die ethische Bewertung der Homosexualität“: https://bibelbund.de/2016/05/zur-aktuellen-diskussion-um-die-ethische-bewertung-der-homosexualitaet/. Der Artikel ist mit Dr. T.S. Hoffmann gezeichnet. Glaubt ihr das ist unser Professor? Ich wette, ja. Inhaltlich und stilistisch würde es jedenfalls gut passen.

    Freundliche Grüße! Christine

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