Philosophie vom Bleiben

Die Geschichte der Philosophie in sechs Epochen · Übersicht

Zuletzt aktualisiert am 18. Juli 2019 um 18:15

Hi! In diesem Beitrag geht’s um die Geschichte der Philosophie und wie sie sich einteilen lässt. Anders als in Wissenschaften wie der Medizin haben philosophische Erkenntnisse ja zuweilen eine sehr lange Halbwertszeit. Ideen von vor 2.500 Jahren können da so heiß diskutiert werden, als wären sie gestern erst auf den Tisch gekommen. Auch wenn sich in keinem Menschleben lesen lässt, was die Philosophie an Stoff so alles hervorgebracht hat, macht’s doch Sinn, einen Querschnitt zu kennen und grob einordnen zu können. Das hilft dir, die Herkunft und den Werdegang mancher Gedanken zu beurteilen, die heute noch die Gesellschaft beeinflussen. Wie immer gilt, wenn hier Begriffe verwendet werden, die du nicht kennst, habe ich mein Ziel der allgemeinen Verständlichkeit verfehlt. Deshalb bitte gerne via Kommentar drauf hinweisen, dann reiche ich eine Begriffserklärung nach.

Zur Einführung ins Fach gibt es hier einen eigenen Beitrag: Philosophie für Anfänger*innen.

Beitragsbild zur Geschichte der Philosophie

Europa als Blickwinkel

Die Geschichte der Philosophie wird je nach Enzyklopädie in unterschiedliche Sinnabschnitte und Strömungen aufgedröselt. Hier sollen es nur sechs Epochen sein. Diese entspringen einer eurozentristischen Tradition, also einem Blick aus europäischer Sicht, mit Fokus auf die abendländische Philosophie. Der Begriff vom Abendland (auch Okzident genannt) mutet etwas altmodisch an. Er geht auf eine Zeit zurück, als der westliche Teil Europas noch als westlichster Erdteil überhaupt galt, hinter dem die Sonne abends verschwand – deshalb Abendland.

Auf der anderen Seite ging die Sonne morgens auf, über dem Morgenland, also über der Levante (das ist der östliche Mittelmeerrand) und dem Nahen und Mittleren Osten. Das Morgenland wird auch Orient genannt, das Wörtchen, aus dem die Orientierung hervorgegangen ist, um die’s hier geht. Weil wir uns im deutschen Sprachraum befinden, erweisen sich die folgenden Epochen als nützlich und lassen es nebenbei so erscheinen, als sei Europa – das christlich geprägte Abendland – die Geburtsstätte aller großen philosophischen Ideen. Ist es aber nicht.

Übersicht zur Geschichte der Philosophie

Unser Ausgangspunkt für die Geschichte der Philosophie ist zwar Griechenland, das zwischen Okzident und Orient liegt und philosophiegeschichtlich große Auswirkungen in beide Richtungen hatte. Doch wenn ich in den nächsten Beiträgen mit der Mythologie und Naturphilosophie der Griechen beginne und damit die Antike ab ca. 800 v. Chr. als erste Epoche ansetze, dann klammere ich damit etwa die ägyptische, chinesische und indische Philosophie aus. Alle drei reichen historisch noch weiter zurück und letztere, die indische Philosophie, brachte mit Siddhartha Gautama (Buddha) einen der einflussreichsten Philosophen der Welt hervor. In China gilt der Buddhismus neben dem Daoismus und dem Konfuzianismus wiederum nur als eine von drei großen Lehren.

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Ursprung in Griechenland · sechs Epochen

Die Antike, die bis ins Römische Reich und rund das Jahr 600 n. Chr. andauerte, die hatte in Griechenland mit Sokrates, Platon und Aristoteles ihrerseits ein berühmtes Dreigestirn. Der Philosoph Alfred Whitehead meinte sogar, dass die ganze philosophische Tradition Europas nur aus einer Reihe von Fußnoten zu Platon bestehe. It’s funny cause it’s (almost) true.

Die zweite Epoche unserer Geschichte der Philosophie ist das Mittelalter, von 600 bis 1500. Viele Schriften der Antike waren da bereits unwiederbringlich verloren oder im europäischen Raum für lange Zeit verschollen. So setzte sich die Rezeption der Werke von Aristoteles zunächst stattdessen in der islamischen Philosophie fort. In Europa war das Denken wiederum vom Christentum beeinflusst. Und sowohl im Okzident wie im Orient bemühten sich die religiös geprägten Kulturen, ihren jeweiligen Glauben mit der Philosophie zu verknüpfen.

Vor dem Hintergrund der Gegenwart

Als dritte Epoche dauerte die Neuzeit von 1500 bis rund 1700 an, mit einem zunehmend naturwissenschaftlicheren Blick auf die Welt. Darauf folgte die Epoche der Aufklärung, 1700 bis 1800, mit der Französischen Revolution als Höhepunkt und Kant als bekanntestem Denker. Danach sprechen wir in unserer Geschichte der Philosophie nur noch von der Philosophie des 19. Jahrhunderts und des 20. Jahrhunderts. Zusammenfasst bildet diese Reihe einen Querschnitt zu den Epochen: Antike, Mittelalter, Neuzeit, Aufklärung, 19. und 20. Jahrhundert – stets vor dem Hintergrund der Gegenwart, in der wir leben. Bevor wir aber zur Zeitreise starten, klären wir den Sinn dieses Vorhabens: Warum sollte dich Philosophie überhaupt interessieren? Was sind die Aufgaben der Philosophie? Darum geht’s im nächsten Beitrag, über Sinn und Zweck der Philosophie.

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