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Henneberger Wappen: Vom Adler zur Henne | Hausarbeit

Zuletzt aktualisiert am 5. Juni 2019 um 6:35

Dieser Beitrag enthält eine Hausarbeit für das Studienfach Geschichte – und zwar in voller Länge, von der Einleitung bis zum Fazit. Hier geht es zum Exposé, das dieser Hausarbeit in Geschichte vorausging.

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Beitragsbild zum Thema »Hausarbeit in Geschichte«

Hausarbeit · Note: 2,0

Vom Adler zur Henne

Welchen Einfluss nahm das Aufkommen redender Wappen auf den Wechsel des Wappentiers der Henneberger Grafschaft im frühen 13. Jahrhundert?

Einleitung

Im Juli dieses Jahres durfte der heraldische Adler seine Symbolkraft als Titelbild der britischen Wochenzeitschrift The Economist unter Beweis stellen: Rot bewehrt und schwarz auf goldenem Hintergrund repräsentierte er die Bundesrepublik als Grafik zu der Titelgeschichte The German Problem über den aktuellen Handelsüberschuss1. Analog ließe sich die vorliegende Hausarbeit The Henneberger Problem betiteln, über den damaligen Wappentierwechsel einer Grafschaft, die jahrzehntelang den Adler innehatte, diesen allerdings im frühen 13. Jahrhundert für eine Henne aufgab – wie kam es dazu?

Die Antwort soll eine Untersuchung erbringen, die das Thema Wappensymbolik unter zwei Aspekten beleuchtet: In welche Kategorien lässt sich die mittelalterliche Wappensymbolik nach welchen Merkmalen auffächern? Und inwiefern taugten die verwendeten Symbole mit ihren verschiedenen „Lesarten“ als Schriftersatz? Erläutert am Beispiel des Wappens der Grafschaft von Henneberg flankieren diese Teilfragen die Problemstellung: Welchen Einfluss nahm das Aufkommen redender Wappen – so eine der zu differenzierenden Kategorien – auf den damaligen Wechsel des Wappentiers der Henneberger vom Adler zur Henne?

Seit diesem Wechsel wurde das Adelsgeschlecht Henneberg als beliebtes Beispiel für redende Wappen herangezogen, etwa in den dieser Arbeit hauptsächlich zugrundeliegenden Werken der Heraldiker Donald Galbreath, Georg Scheibelreiter und Eckart Henning. Letzterer hat den Veränderungen des Siegel- und Wappenbildes der Henneberger besondere Aufmerksamkeit geschenkt, womit seine Abhandlungen wichtige Informationsquellen für die nachfolgende Untersuchung darstellen.

Der vorgegebene Umfang lässt es nicht zu, die rund 500-jährige und reichhaltig dokumentierte Geschichte der Grafschaft Henneberg bis zu deren Aussterben im Jahr 15832 wiederzugeben, auch nicht in einer Zusammenfassung der wichtigsten Stationen. Stattdessen gilt der Fokus im Sinne der Problemstellung dem Zeitraum des Wappentierwechsels im frühen 13. Jahrhundert. [S. 2] Wegbereitend sollen zu Beginn die Anfänge des Wappengebrauchs allgemein reflektiert werden, parallel zur Vorgeschichte der Henneberger Grafschaft, deren ältestes überliefertes Wappensiegel »zu den frühesten gelten kann, das erhalten geblieben ist«3, und schon vor dem Schritt zur Henne einen bemerkenswerten Wandel vom einfachen Adler zum Doppeladler vollzog.

Der Rückblick auf die Zeit vor dem letzten Wappentierwechsel ist wichtig, um Aufkommen und Gebrauch des Adlers als Wappenbild im Allgemeinen und speziell bei den Hennebergern zu erläutern, denn ohne diese Kenntnis lässt sich die Henne nicht erklären.

Auf diese Weise wird der Übergang in die Hauptthematik der Wappensymbolik vorgenommen. Mit aller gegebenen Vorsicht sollen besagte Kategorien – konkret anspielende, politische, redende und im engeren Sinne symbolische Wappen (orientiert an den Motivtypen Scheibelreiters4) – vorgestellt und maßgeblich am Beispiel der Henneberger Wappentiere veranschaulicht werden, also dem einfachen Adler, dem Doppeladler und der Henne. So wird sich zeigen lassen, dass das Aufkommen redender Wappen aller Wahrscheinlichkeit nach die Wahl der Henne als Wappentier beeinflusst hat, der Wechsel des Wappentiers jedoch eher politisch motiviert gewesen sein dürfte.

Im zweiten Teil erweisen sich die Henneberger Wappen ebenso als ergiebig, um an ihnen das Phänomen der Wappensagen zu erörtern. Denn so sehr, wie Siegel und Wappen der modernen Heraldik dienen können, die Geschichte von Adelsgeschlechtern zu rekonstruieren, so inspirierten sie Volk und Herolde seit dem Mittelalter auch, Geschichten frei zu kreieren. Damit soll abschließend beurteilt werden, welches Potential respektive Risiko eine Nutzbarmachung von Wappen als Schriftersatz in der Gegenwart mit sich bringt – abgesehen vom pragmatischen Wiedererkennungswert zwischen Kriegsgegnern, um welchen es nun im nächsten Schritt geht, der Vorgeschichte. [S. 3]

Lesetipp: Diese Hausarbeit in Geschichte ist für das Studium der Kulturwissenschaften an der FernUniversität Hagen entstanden. Hier geht’s zu ein paar Gründen für (und gegen) ein solches Fernstudium.

Das Aufkommen von Wappen und des Adlers als Wappenbild

In einem Briefwechsel aus dem Jahr 1049 beschrieben sich Wilhelm der Bastard, der spätere König von England, und Gottfried Martel, der französische Graf von Anjou, gegenseitig ihre Pferde und Rüstung – begierig darauf, sich in einer bevorstehenden Schlacht finden und messen zu können.5 Hier fehlte es noch gänzlich an Wappen im Sinne von Erkennungszeichen auf den Waffen, insbesondere den Helmen und Schilden6, die sich einem konkreten Träger zuordnen ließen und solchen Schriftverkehr obsolet machten.

Auf dem Teppich von Bayeux, der unter anderem die Schlacht von Hastings 1066 darstellt, knapp 20 Jahre nach besagtem Briefwechsel, finden sich bereits vereinzelt Drachen auf den Schilden der Normannen, die sich zwar mit diesem Motiv – das bei ihnen in einer alten Tradition stand – identifizierten, nicht jedoch individuell abhoben.7 Scheibelreiter spricht in diesem Zusammenhang von »protoheraldischen Schildzeichen«, als Ausdruck für ein gemeinsames Bewusstsein. Was fehle, sei ein differenzierteres Selbstverständnis einzelner Geschlechter, »das sich im Bild unverwechselbar verkörpert – das Wappen.«8

Während Wappen also noch keine Rolle spielten, erhitzten sich an Symbolen in dieser Zeit die Gemüter – Symbole, wie der Bischofsstab und Ring, die in der königlichen Investiturpraxis Verwendung fanden und damit – nach kirchlicher Auffassung – eine Anmaßung des Königtums gegenüber der Kirche zum Ausdruck brachten. Als König Heinrich IV. im Jahr 1075 den Kaplan Thedald zum Erzbischof Mailands ernannte, entzündete sich daran der Investiturstreit.9 Papst Gregor VII. forderte vermittels seines Dictatus Papae, »dass alle Fürsten nur des Papstes Füße küssen« mögen, und dass er gar die Autorität habe, den Kaiser abzusetzen.10 1076 reagierte Heinrich IV. mit der Absetzung des Papstes, der wiederum einen Bann über den König verhängte. Zwar gelang es diesem, den Bann durch den Gang nach Canossa 1077 zu lösen, dennoch [S. 4] musste er sich in den Folgejahren mit dem von den Fürsten eingesetzten Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden messen. Heinrich IV. ging als Sieger hervor.11

In der Schlacht bei Mellrichstadt 1078 zählte zu den auf Seiten des König Heinrichs IV. Gefallenen auch Poppo I., Graf von Henneberg.12 Diese Parteinahme für den König ermöglichte es dem Geschlecht Henneberg, dessen Grund und Boden sich über einen Großteil des Grabfelds zwischen der Rhön, dem Thüringischen Wald und den Haßbergen erstreckte, seine Herrschaft zu festigen und auszuweiten – insbesondere durch den Gewinn des Würzburger Burggrafenamtes im Jahr 108713, mit dem der Bruder des gefallenen Poppos, Gotebold I., von Heinrich IV. ausgestattet wurde14. Darauf ist an späterer Stelle zurückzukommen.

Die Entstehungszeit der Wappen war maßgeblich geprägt von den Kreuzzügen: Im ersten – 1096 bis 1099 – trat ob der großen Truppenansammlungen aus bis zur Unkenntlichkeit gepanzerten Soldaten die Notwendigkeit visueller Merkmale erstmals deutlich zu Tage – zwecks Unterscheidung und Zuordnung aus der Entfernung. Von Byzantinern und Mohammedanern wurden solche Merkmale in Form eines geschlossenen Farbsystems angewandt, was eine Inspiration aus dem Orientalischen nahelegt. Schon bei der Belagerung von Antiochia im Jahr 1098 lassen sich die Standarten der Hauptanführer auf Seiten der Kreuzzügler, obwohl noch einfarbig, in dieser Farbigkeit bereits ihren offiziellen Trägern und seinen Stellvertretern zuordnen.15

Etwa 30 oder 40 Jahre später erscheinen die ersten Wappen und werden nach dem zweiten Kreuzzug – 1144 bis 1147 – unter Adligen sowie Rittern gebräuchlich.16 Aus der Notwendigkeit heraus, die zu ihrer Entstehung geführt hat (die klare, rasche Erkennbarkeit auf Distanz und in Geschwindigkeit), ergab sich eine formale Strenge, die in der Blütezeit der Heraldik – von etwa 1100 bis 1500 – Verstöße gegen die Darstellungsregeln selten machte. Das lag auch daran, dass diese Regeln ein hohes Maß an Flexibilität zuließen.17 [S. 5]

Zeitgleich mit dem Aufkommen der ersten Wappen ging der symbolische Einsatz von Wappenbildern einher. Diesbezüglich spielt die Erweiterung des kulturellen Horizonts eine Rolle, zu Beginn des 12. Jahrhunderts, da die Einflüsse byzantinischer und orientalischer Symbolik in die Entwürfe erster Wappen auf den Schilden mit einwirkten. Das gilt sogar für die beiden am weitesten verbreiteten Wappentiere, dem Löwen als »König der Tiere« und dem Adler als Herrscher über die Vögel. Obwohl letzterer in Europa heimisch ist, stammt er als Tiersymbol aus dem Alten Orient und gelangte über die römischen Legionen gen Norden – fest verbunden mit der Vorstellung eines göttlichen respektive kaiserlichen Vogels.18

Ein Adler ist es auch, der das älteste Wappensiegel der Grafen von Henneberg ziert. Einem Schenkungsbrief aus 1187 – ein Jahrhundert nach Erhalt des Burggrafenamtes seitens der Henneberger – hängt dieses Siegel an, das sich dem Burggrafen Poppo VI. von Henneberg zuschreiben lässt19, einem Ur-Ur-Enkel des für den König gefallenen Poppo I., dessen Bruder Gotebold I. im Jahr 1091 erstmals als Burggraf bezeugt ist. Der Name des Geschlechts Henneberg wird indes 1096 in einer Tauschurkunde zwischen Würzburg und dem Kloster Comburg zum ersten Mal erwähnt, womit der Bau der Stammburg im Zentrum des sogenannten Grabfelds vor dieser Zeit zu datieren ist.20 Etymologische Untersuchung führen »Henneberg« auf den Flurnamen »Hainberg« – »bewaldeter Hügel« – und damit die geografische Lage besagter Burg zurück.21

Mit dem ersten Wappensiegel der Grafen von Henneberg beginnt nun, nach Reflexion der Vorgeschichte, der Einstieg in den Hauptteil. Die Ausführungen auf den folgenden Seiten sollen zeigen, inwiefern sich die Wappensymbolik heranziehen lässt, um bestimmte historische Aspekte zu untermauern. Dazu macht es Sinn, sich an einem etablierten Kategoriensystem zu orientieren und die Geschichte der Wappenwechsel vom einfachen Adler zum Doppeladler und zur Henne im Rahmen dieser Kategorien zu erläutern. [S. 6]

1 Kategorien der Wappensymbolik

Vor der Untersuchung, welchen Einfluss das Aufkommen redender Wappen auf den Wappenwandel der Henneberger Grafen im frühen 13. Jahrhundert genommen haben mag, sei ein formaler Hinweis zu beachten – denn der Fragestellung wohnt ein Risiko inne, das dem Thema dieses Abschnitts selbst, der Wappensymbolik, geschuldet ist. Diese zu deuten, warnt Scheibelreiter, ergehe sich oft in interpretatorischer Beliebigkeit.22 Deshalb soll in dieser Arbeit sein Rat befolgt werden, im Zweifelsfall eher »ein non liquet in Kauf zu nehmen, als seine Symbolfantasie schweifen zu lassen« 23. Dem fantastischen Aspekt der Wappensymbolik und ihrer heraldischen Rezeption wird im zweiten Teil – über Wappensagen – noch einmal gezielt Aufmerksamkeit gewidmet.

Für hier und jetzt ist im Hinterkopf zu behalten, dass in der Heraldik naturgemäß Vieles im Ungewissen bleiben muss. Nichtsdestotrotz hilft die achtsame Auseinandersetzung mit den mittelalterlichen Wappensymbolen dabei, etwas über »die Denkweise derjenigen, die sie geschaffen oder gebraucht haben, vielleicht sogar über manche Tatsachen«24 in Erfahrung zu bringen, denn Wappen sind Bilder und Bilder seit jeher Ersatz für das, was in Wort auszudrücken mühevoll ist25. In diesem Abschnitt ist folglich auch der Aspekt vom möglichen Gebrauch und Nutzen einer wappensymbolischen Bildsprache als Schriftersatz zu besprechen. Denn die Annahme, allein redende Wappen, »die auf den Namen (oder einen Teil des Namens) anspielen sollen«, liege ein Symbolwille zugrunde26, greift zu kurz, wie sich im Verlauf dieses Kapitels zeigen wird.

Um einem methodischen Fehler vorzubeugen, muss berücksichtigt werden, dass der Führer eines Wappens – etwa des frühesten erhaltenen Henneberger Wappensiegels von 1187 – in der Regel nicht der Schöpfer desselben ist, sondern sich in eine mehr oder weniger erschlossene Erbfolge einreihen lässt. Der erste überlieferte Träger, hier Graf Poppo VI., ist dementsprechend derart vom Zufall bestimmt, dass Rückschlüsse von seiner Person auf die Bedeutung des Wappens nicht zielführend sind.27 [S. 7]

Ähnlich trügerisch wäre die Auffassung von einem fixen System, das Symbole an Bedeutungen bindet. So sei ein Glossar der Wappensymbolik unmöglich zu erstellen, erklärt Scheibelreiter, da sich die mittelalterliche Sinngebung in ihrer Komplexität breit auffächert und ritterlichen Moden sowie sozial begründeten Motivationen unterliegt.28 Überdies weist Neubecker darauf hin, dass ebenso die Farbkombinationen eines Wappens – auch im Zusammenhang mit den Figuren – hinsichtlich ihres potentiell bedeutungstragenden Charakters nicht zu vernachlässigen sind29. Scheibelreiter führt seine vier Motivtypen (im Folgenden: Kategorien) mit dem Hinweis auf, dass sie »nicht immer rein von-einander zu trennen sind und manche mehrere Bedeutungen vereinen können«30 – so ist es auch bei den Henneberger Wappen, die je nach Blickwinkel Aspekte aller Kategorien enthalten, die da lauten:

  • Anspielende Wappen
  • Politische Wappen31
  • Redende Wappen
  • Symbolische Wappen (im engeren Sinne)

Diese Kategorien werden nun im Detail vorgestellt, an einzelnen Beispielen erläutert und schließlich auf das übergreifende Beispiel der Henneberger Wappen bezogen. Den Anfang machen die anspielenden Wappen.

1.1 Anspielende Wappen

Wenn das Wappenbild ein wichtiges Lebensereignis, die soziale Stellung oder ein ähnliches Persönlichkeitsmerkmal seines Führers32 andeutet, spricht man von einem anspielenden respektive allusiven Wappen33. Diese Differenzierung lässt sich nicht eins zu eins auf den englischen Sprachraum übertragen. Dort wird die Bezeichnung allusive arms häufig synonym zu canting arms (redende Wappen) verwendet. Gerard Brault, der zwischen allusive, canting und symbolic arms [S. 8] unterscheidet, betont damit einhergehend, diese Unterscheidung sei in der historischen Heraldik »far less common than is generally believed«34. Weshalb die Kategorie der anspielenden Wappen dennoch sinnvoll ist, lässt sich an zwei Beispielen erläutern.

Aus einem auf 1431 datierten Wappenbrief von König Sigismund ist das Wappen des ungarischen Geschlechts Kistárkányi wie folgt überliefert:

»in B. ein mit w. Unterhemde bekleideter, linksgekehrter, bärtiger Mann mit einem nach rechts aufspringenden Wolfe zu ringen scheinend dessen Oberleib v. einem bluttriefenden Schwerte v. rechts unterhalb durchbohrt wird.«35

Zwar widerspricht dieses Wappen in stilistischer Hinsicht den heraldischen Regeln – so ist Weiß keine heraldische Farbe und eine erzählende Darstellung als Wappeninhalt sehr selten, dennoch erfüllt eben diese Darstellung die Funktion eines anspielenden Wappens: Es erinnert an eine Tat des Dionsys von Kistárkányi, der nur im Nachthemd bekleidet vor dem Königszelt einen Wolf abgewehrt haben soll.36 Bei dieser Geschichte mag es sich um eine Legende handeln, was zeigt, dass derartige Wappensagen nicht unbedingt einem bestehenden Wappen hinzugedichtet wurden, sondern diesem zugrunde liegen konnten. Dazu später mehr. An dieser Stelle ist festzuhalten, dass bei der Deutung anspielender Wappen, der vorausgehenden Mahnung Scheibelreiters folgend,  nicht alles mit Sicherheit zu bestimmen ist: Auf viele Fragen gibt es keine definitiven Antworten.

Ein weiteres und häufigeres Beispiel für anspielende Wappen ist das der Herzöge von Montmorency, deren Wappenbesserung von vier auf 16 Adler in Verbindung gebracht wird mit den zwölf kaiserlichen Feldzeichen, die dem Heer von Otto IV. bei der Schlacht in Bouvines 1214 abgewonnen wurden.37

Zum Stichwort Wappenbesserung muss hier eingebracht werden, dass es zwar als Merkmal von Wappen im Allgemeinen angesehen wird, dass diese erblich und beständig sind.38 Doch es gibt in der mittelalterlichen Wirklichkeit [S. 9] Abweichungen von Galbreaths Feststellung, dass bei der Annahme von Wappen, diese dauerhaft seien39. Eine Wappenbesserung ist nur eine von drei Möglichkeiten, die Scheibelreiter bezüglich Wappenänderungen nennt, neben der Minderung und der Wandlung eines Wappens – Maßnahmen, hinter denen vielfältigste Gründe standen, insbesondere soziale und politische.40

Galbreath selbst, der ebenfalls Veränderungen an Wappen sowie vollständige Wappenwechsel untersucht (die Ausnahmen der von ihm zitierten Regel), verweist insbesondere auf die Anfangszeit der Heraldik, in der die Wappen noch nicht festgelegt gewesen seien. Das von ihm aufgeführte Beispiel des Kaisers Otto IV., der „neben seinem Doppeladler einen gespaltenen Schild mit den Leoparden von England und dem Adler führte“, und zwar „aus Zuneigung zum König von England“41 entspricht einer Wappenänderung, die derjenigen der Henneberger, die in die gleiche Zeit fällt und im nächsten Kapitel untersucht werden soll, nicht unähnlich ist.

Zunächst richtet sich das Interesse jedoch auf das erste erhaltene Wappenbild der Grafen von Henneberg, jenes Wappensiegel aus 118742. Es zeigt „einen einköpfigen Adler in aufrecht stehender Figur mit ausgebreiteten Flügeln“43. Inwiefern kann es sich dabei um ein anspielendes Wappen handeln?

Dazu ist die Vorgeschichte Graf Poppos I. in Erinnerung zu rufen, welcher 1078 im Dienste König Heinrichs IV. starb und dessen Bruder Gotebold I. von eben diesem König mit dem Burggrafenamt ausgestattet wurde. Henning sieht in dem Adler, der drei Generationen und über 100 Jahre nach dem Tod Poppos I. das Henneberger Wappen ziert, ein Indiz dafür, „daß die Henneberger von Heinrich IV. als königliche und nicht als bischöfliche Burggrafen eingesetzt wurden“44 Auf dieses historische Ereignis in der Geschichte des Geschlechts Henneberg spielt der Adler an. Unterstützt wird die Auffassung vom Adler als königliches respektive kaiserliches Wappentier von der Tatsache, dass es sich im Zeitraum von 1154 bis 1187 auch in den Schilden von mindestens acht [S. 10] Reichsfürsten wiederfindet, die ihrerseits königliche Lehensträger waren45 und ausdrücken wollten, dass ihre Macht von der kaiserlichen herrührt.46

Hier offenbart sich, wie eng die anspielenden Wappen mit den politischen Wappen zusammenhängen, auf denen im nächsten Abschnitt der Fokus liegt. Zu klären ist etwa, inwiefern zwischen königlicher und kaiserlicher Macht differenziert wurde und wie sich diese Differenzierung symbolisch niederschlug. Denn König Heinrich IV. hatte, nach der Erlösung vom päpstlichen Bann im Jahr 1077 und in Reaktion auf eine neuerliche Bannung nur drei Jahre später, gegen Papst Gregor VII. ein kanonisches Verfahren eingeleitet und Erzbischof Wibert von Ravenna für dessen Amt nominiert. Von diesem, als Gegenpapst Clemens III. inthronisiert, ließ der römisch-deutsche König Heinrich sich im Jahr 1084 zum Kaiser krönen.47

1.2 Politische Wappen

Das politische Wappen lässt sich als eine besondere Ausprägung des anspielenden Wappens beschreiben48, „für die Zeitgenossen ein Signal, für die heutige Forschung mitunter nicht leicht zu entschlüsseln“49. So repräsentieren politische Wappen etwa Lehensbänder, Amtsträger, eine Parteistellung, Ordenszugehörigkeit oder Mitgliedschaft in einer Korporation.50

Die zuvor beschriebenen Adlerwappen sind also nicht nur Anspielung auf die Verbindung zum Kaiser oder König, sondern auch ein politisches Ausdrucksmittel der Loyalität – ein Akzent, der besonders zum Tragen kommt, wenn die Loyalität aufgekündigt wird. Das geschah beim Grafen von Flandern, seinerseits kaiserlicher Amtsträger, der 1160 den Adler im Wappen aufgab und durch einen schwarzen Löwen ersetzte – auf goldenem Feld, was genau den Tinkturen des Reichsadlers samt dessen Schildhintergrund entspricht. Diese Wappenänderung ist als Provokation gegenüber Kaiser Friedrich Barbarossa zu [S. 11] lesen, ebenso als Ausdruck der päpstlichen Haltung des Grafen von Flandern.51 Hier tritt der Gebrauch von Wappensymbolik als Schriftersatz deutlich in Erscheinung: Während heute eine Stellungnahme verbreitet würde, diente im Spätmittelalter das Wappen als deklarierendes Kommunikationsmedium. Eine regelrecht systematische Gestaltung von Wappen zwecks Mitteilung politischer Parteinahme etablierte sich im mittelalterlichen Italien zwischen den Ghibellinen und Guelfen, die ihre jeweilige Allianz mit dem Kaiser- beziehungsweise Papsttum über die Schildhäupter kommunizierten, indem diese entsprechend den Reichsadler oder das Wappen von Anjou enthielten.52

Als an der Wende zum 13. Jahrhundert das Henneberger Wappen von Burggraf Berthold II. und von dessen Bruder Poppo VII. umgestaltet wird – nachweisbar durch eine Urkunde aus dem Jahr 1202 sowie einem Siegel aus 121253 – ist auch das als politische Geste zu verstehen, die in mancher Hinsicht ihrer Zeit voraus ist54. Das umgestaltete Wappen zeigt „im geteilten Schild ein[en] wachsende[n] Doppeladler und ein Schachfeld.“55 Während das geschachte Feld als Andeutung eines Mauerwerks verstanden werden kann56 – und auch, was dieses Verständnis unterstützt, verhältnismäßig oft in Wappenbildern von Burggrafen vorkommt – wird dem Adler, sei es ein- oder zweiköpfig, nicht bloß eine anspielende, sondern politische Lesart zugesprochen. Konkret war der Doppeladler primär Adler des Kaisers, der einfache Adler hingegen derjenige des Römischen Königs.57 Diese volkstümliche Auffassung sieht auch Neubecker im Spätmittelalter verbreitet.58 Korn wiederum verweist auf zwei der ältesten Städtesiegel, die von Cambrai und Kaiserswerth, und interpretiert deren Doppeladler als Anspielung auf zwei Würden, die des Königs und Kaisers, vereint in ihrem Herrn.59

Dass Graf Poppo VII. das geerbte Wappentier, den Adler, im Zuge der ersten Veränderung seines Wappens beibehielt, und um einen Kopf ergänzte, [S. 12] entspricht aller Wahrscheinlichkeit nach einer Wappenbesserung resultierend aus „der engen Beziehung der Grafen von Henneberg zu Kaiser und Reich“60. Als seiner Zeit voraus kann man diese politische Geste bezüglich ihrer Gestaltung betrachten: Die Anwendung einer Schildteilung, um Doppeladler (Bezug zum Kaiser) und Schachfeld (Bezug zum Burggrafenamt) zueinander darzustellen, war eine junge Spielart der Wappenkunst, die im frühen 13. Jahrhundert gerade erst aufkam.61

1.3 Redende Wappen

Im redenden Wappen kommt der Gebrauch von Wappensymbolen dem Schriftersatz am nächsten, lässt sich doch von der Bezeichnung des Motivs dem Klang nach auf den Namen seines Trägers schließen. So zeigt das Wappen der spanischen autonomen Gemeinschaft Kastilien und León als Wappenbilder sowohl das Kastell (spanisch castillo) als auch den Löwen (león) im gevierten Schild. Die Wappensymbole, wie sie etwa in einem Bulletin von 200762 noch blasoniert wurden, zierten bereits um 1230 das jeweilige Wappen von Kastilien und Leon – nach ihrer Vereinigung in dem ersten bekannten quadrierten Schild überhaupt63. Der Gebrauch von redenden Wappen fällt mit dem Gebrauch von Wappen im Allgemeinen zusammen.64 Der zeitliche Abstand führt dazu, das redende Wappen als solche mißverstanden oder übersehen werden können. Spezielle philologische Kenntnisse dialektischer oder poetischer Natur sind zum Erkennen und Deuten der Zusammenhänge zwischen Bildern und Namen hilfreich, zuweilen gar notwendig.65 So ist der Elefant im Wappen der Grafen von Helfenstein66 nur als redendes Wappen zu entschlüsseln, wenn der poetische Terminus „Ilf“ für den Elefanten geläufig ist, womit die Verbindung zwischen „Ilf“ und „Helf“ erkannt werden kann. Die Ausprägung eines redenden Wappens hin zu einem Bilderrätsel (Rebus) ist laut Scheibelreiter eine „seltene [S. 13] Form“67, laut Oswald „vielfach“ auftretend68 – in jedem Fall aber ist sie genau das, was das Henneberger Wappen nach seiner zweiten Änderung darstellt.

Diese erneute, für diese Arbeit zentrale Änderung tritt in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts auf. Die erste Überlieferung des gänzlich neuen Wappens lässt sich auf das Jahr 123269 datieren, erhalten als Siegel. Es zeigt eine Henne auf einem Dreiberg. Henning bezeichnet dieses Wappen, sich an eine Definition Otto Titan von Hefners aus dem 19. Jahrhundert haltend, als „arma loquentia“ 70 – die Hefner wie folgt differenziert als Wappen die,

»1) entweder durch die Aussprache ihrer Bilder mit dem Wort des Namens übereinstimmen, oder 2) sich mit Hülfe [sic!] einer künstlichen Interpretation mit einem solchen Namenslaut in geistigen Zusammenhang bringen lassen.«71

Das Wappen der Henneberger – das auch Hefner als Beispiel heranzieht – fällt unter 1) und stellt ein Rebus dar, da es sich aus zwei Begriffen zusammensetzt: Die Henne auf dem Berg72 steht für Henneberg. Eine derart „oberflächliche Gleichung“, mahnt Scheibelreiter, solle dafür sensibilisieren, Wappen nicht vorschnell als Resultat tiefschürender Sinngebung zu beurteilen. 73 In der Tat hat die Henneberger Henne in ihrer heraldischen Rezeption was die Sinngebung anbelangt eher die Fantasie angeregt 74, als zur Rekonstruktion der historischen Umstände beigetragen. Was hat zu diesem Wappenwechsel geführt und was oder wer nahm auf die Entscheidungen des Wappenführers Einfluss?

Um diese Fragen zu beantworten, sollte das Augenmerk einmal mehr auf Graf Poppo VII. gerichtet werden. Denn dieser war, wie schon bei der ersten Wappenänderung der Henneberger, der Wappenführer, der 1212-13 kurzweilig und 1219-40 schließlich längerfristig das Amt des Burggrafen von Würzburg innehatte.75 In die zweite Periode fiel ein Konkurrenzkampf zwischen den Hennebergern und dem Hochstift Würzburg, das seit 1168 über die [S. 14] Herzogsgewalt verfügte.76 Mit Überantwortung dieses Privilegs durch Kaiser Friedrich I. wurden die Rechte der Hochstiftsvogtei praktisch annulliert. Diese Rechte hatten bis dato (seit 1103) in den Händen der Henneberger gelegen, womit diese Machteinbußen erfuhren. Die Würzburger Bischöfe strebten unter anderem nach den Amtslehen der Grafen von Henneberg. In den Jahren 1220 und 1228 führte dieses Streben zu offenen Auseinandersetzungen und schließlich zum Bruch zwischen dem Hochstift und den Hennebergern. 77 Letztere gingen – trotz Verzichts auf die Vogteien Mellrichstadt und Stockheim 78 – zwar als Sieger aus dem Hauptkonflikt über die Güter des Burggrafenamtes hervor. Selbiges jedoch verlor zunehmend an Bedeutung für sie. Die Henneberger dehnten ihre territoriale Macht gen Süden aus und erkannten, dass das Amt des Burggrafen zu einem nichtssagenden Namen verkommen war. 1230 taucht der Titel schließlich letztmals offiziell in einer bischöflichen Urkunde auf, in der Poppo VII. als Burggraf von Würzburg verabschiedet wurde – fortan trat er als Graf von Henneberg auf. 79 Das Burggrafenamt wurde mit seiner Erlöschung von einem Reichsamt zu einem bischöflichen Lehen herabgedrückt.80

Ohne die Einzelheiten dieses Zerwürfnisses hier im Detail nachzeichnen zu können, bietet die Zusammenfassung doch eine mögliche Erklärung für den Wappentierwechsel auf Seiten der Henneberger. Obwohl das Geschlecht einen Teil der einst burggräflichen Lehen für sich erhalten konnte 81, hatte es sich einerseits im Zuge der Auseinandersetzungen mit den Würzburger Bischöfen vom Burggrafenamt getrennt und vom Hochstift emanzipiert82, ihre Einflussgebiete als Landesherren andererseits kontinuierlich ausgebaut. In diesem Kontext lässt sich die Frage beantworten, welchen Einfluss das Aufkommen redender Wappen auf den Wechsel des Wappentiers nahm – nämlich kaum einen. Vielmehr beeinflusste die Verbreitung redender Wappen die Wahl für das neue Wappentier, jene Henne auf dem Dreiberg.

Die Gründe sind zweierlei: Erstens kann man in den 30er Jahren des 13. Jahrhunderts nicht mehr vom Aufkommen redender Wappen im Sinne einer [S. 15] Mode sprechen. Wie oben ausgeführt, fiel der Gebrauch redender Symbole mit dem Gebrauch von Wappen generell zusammen und war zur Zeit des zweiten Henneberger Wappenwechsel eine beliebte, nicht aber neuartige Art der Wappenfindung. Auch dem Heraldiker Christian Bernd zufolge kommt »diese leichte Art von und nach dem Namen ein Wappenbild zu wählen« schon »im hohen Alterthume [sic!] häufig vor«.83

Zweitens ist der Grund für das Weichen des Adlers, den die Henne ersetzte, politisch zu deuten: Die Berufung auf die königliche respektive kaiserliche Autorität hatte an Gewicht eingebüßt. Der Adler als »Abzeichen einer Würde, welchem die thatsächlichen [sic!] Befugnisse längst nicht mehr entsprechen« 84 war unattraktiv geworden. Als Motivation für den Wappentierwechsel lässt sich also nicht das Aufkommen redender Wappen sondern ein neues Selbstbewußtsein vermuten: Die Henne auf dem Dreiberg als neues, frei gewähltes »Zeichen für die Selbständigkeit Hennebergs« 85 und »Sinnbild der aufsteigenden Landesherrlichkeit« 86. So verwies das redende Wappen, genauer: der Rebus, in seiner zeitgenössischen Deutung nicht mehr auf etwaige Allianzen oder Bündnisse, sondern stellte, in schriftähnlicher Unmittelbarkeit, einen klaren Bezug zu dem Adelsgeschlecht selbst her.

1.4 Symbolische Wappen (im engeren Sinne)

Als letzte Kategorie sei die gleichsam am schwierigsten zu deutende genannt: Symbolische Wappen im engeren Sinne sind solche, hinter deren Bildern Verweise auf Persönlichkeitseigenschaften ihres Trägers, etwa dessen Moral, angenommen wird – bis hin zu Personifikationen. Schwierig zu deuten seien diese Symbole deshalb, so Scheibelreiter, da ihr Verständnis insbesondere einem Wandel unterliege. Dazu zählt er auch christliche Sinnbilder.87

Wie in der Vorgeschichte zum Henneberger Wappenwechsel erläutert, entwickelte sich der Gebrauch von Wappen im Zusammenhang mit den Kreuzzügen 88, eine Zeit, die von der christlichen Lebenswelt deutlich geprägt war. [S. 16] Dennoch schlägt sich diese Prägung nicht in dem Maße in der frühen Heraldik nieder, wie man es annehmen würde. Galbreath sieht darin die Bedeutungshoheit des Lehnswesens für die ersten Wappenträger.

Wenn er dann doch bestimmte Symbole als christlich konnotiert auslegt, unternimmt Galbreath es mit entsprechender Vorsicht: Der Löwe könne als »leo de tribu Juda« im Sinne eines christlichen Symboles zum Einsatz kommen oder das Rad von Mainz als Zeichen des »Wagens des Ewigen« verstanden werden.89 Auch der hier bereits politisch ausgelegte Adler lässt sich in verschiedentlicher Art und Weise in einen christlichen Deutungsrahmen einspannen.90 Hier verbieten sich jedoch Pauschaldeutungen – und selbst im Einzelfall sollte weiteres Quellenmaterial zur angemessenen Kontextbildung herangezogen werden können, um symbolische Wappen im engeren Sinne als solche zu interpretieren. Umgekehrt ist es wohlgemerkt möglich, eine symbolische Interpretation möglicherweise allegorisch gemeinter Bildinhalte jeder anderen Art der Auslegung von Wappensymbolik, wie sie bis hierher beschrieben wurde, in Ergänzung hinzuzufügen.91

Die Untersuchung des Henneberger Wappenwandels im Kontext der Wappensymbolik entsprechend ihrer Lesarten abschließend, bieten sich die symbolischen Wappen im engeren Sinn zu guter Letzt nochmals an, dem Risiko leichtfertiger Assoziationen Nachdruck zu verleihen. Diesen sei »Tür und Tor geöffnet«, gibt Scheibelreiter zu bedenken.92 Ob die von ihm geforderte „Kenntnis der Entstehungszeit“ 93 wiederum auch von solch leichtfertigen Assoziationen in Form überlieferter Wappensagen durchaus wachsen kann, soll nun im zweiten Teil erörtert werden. [S. 16]

2 Tücken der Wappensymbolik

Nachdem bisher untersucht wurde, in welchem Maß die kategorisierte Wappensymbolik den Heraldikern und Historikern helfen kann, die Rekonstruktion spätmittelalterlicher Geschehnisse und Verhältnisse einzelner Geschlechter und etwaiger Beziehungen zueinander 94 zu stützen, soll jetzt ein Blick darauf gerichtet werden, inwiefern die Wappensymbolik irreführen kann. Da dies, wie wiederholt angedeutet, auf vielfältige Weise möglich ist, steht in diesem Abschnitt das Phänomen der Wappensagen als besondere Tücke der Wappensymbolik im Mittelpunkt. Da der Begriff »Sage« mit vielen Bedeutungen einhergeht, etwa für »Erzählung«, »Geschichte«, aber auch »Mythos«, »Fabel« oder »Legende« verwendet wird 95, soll zunächst Form und Funktion des Sagenbegriffs im heraldischen Kontext geklärt werden.

Für das Selbstverständnis aller sozialen Gefüge des Mittelalters war die Kenntnis der eigenen Herkunft von hoher Relevanz. Mangels wissenschaftlicher Methoden heutigen Maßstabs, erfüllte dementsprechend die Sage in Form einer Herkunftsklärung eine legitimierende Funktion. Dazu zählen etwa Geschlechtersagen oder auch Stadtgründungserzählungen96 – oder eben die Wappensage als besondere Gattung.

Manch eine solche Wappensage bleibe laut Neubecker näher an der Wirklichkeit »als eine mühsam erforschte Wahrheit.«97 Diese Aussage in Würdigung der berühmten blinden Henne, die auch mal ein Korn findet, gibt eine Problematik der Heraldik wieder: Die wahrhaftige Motivation mittelalterlicher Zeitgenossen für die An- oder Übernahme dieses oder jenes Wappens bleibt den Menschen der Gegenwart in der Regel im Verborgenen. Diese Problematik, so stellt ebenso Scheibelreiter fest, haben zuweilen Wappensagen ausgleichen [S. 18] müssen – doch der Tatsache, dass solche häufig sehr früh entstanden sind, weiß er einen gewissen Wert abzugewinnen: Es lasse sich in ihr etwas über das Symbolverständnis der jeweiligen Entstehungszeit herausfinden.98

Als Wappensagen werden also Herleitungen der Herkunft oder Bilder von Wappen bezeichnet, die einer historischen Grundlage entbehren. Auch Oswald schreibt einen Großteil der überlieferten Wappensagen der »urwüchsigen Fantasie des Volkes« zu 99, was den von Scheibelreiter hervorgehobenen Wert bezüglich des zeitgenössischen Symbolverständnisses unterstreicht. Welche Erkenntnisse sich daraus – auch im Hinblick auf die eingangs gestellte Frage nach der Tauglichkeit von Wappensymbolen als Schriftersatz – gewinnen lassen, soll hier nun am Beispiel der Henneberger untersucht werden.

Alternative Erklärungsversuche zu den oben ausführlich besprochenen Wappenänderungen der Henneberger – wie etwa diese Erklärung zur Aufnahme des Doppeladlers: aus Rücksicht auf benachbarte Geschlechter mit demselben, einfachen Adler habe Graf Poppo VII. sich zur Umgestaltung entschlossen100 – sind wohlgemerkt nicht unter Wappensagen zu fassen. Vielmehr geht es um geschlossene Geschichte mit Erzählcharakter.

Dieses Charakteristikum tritt in dem Sammelwerk von Johann Graesse aus dem Jahr 1876 deutlich zu Tage. Zum Adelsgeschlecht der Henneberger führt es zwei Sagen auf – und je eine weitere zu den Linien Henneberg-Römhild (die nicht das Hennenwappen führen) und Henneberg-Schleusingen (deren Sage sich auf das Helmkleinod bezieht).101 Die Wappensagen ähneln sich im Kern dahingehend, dass sie stets von einem Begründer handeln, der auf der Suche nach einem geeigneten Platz für den Bau seiner Burg in Thüringen mal auf »drei Hennen« stieß, die vor ihm aufflatterten (Erste Sage), mal auf »eine wilde Henne sammt [sic!] ihren Küchlein« (Zweite Sage).

Die mögliche Überschneidung von Kategorien der Wappensymbolik, wie sie zu Beginn, erwähnt wurde, schlägt sich hier einmal mehr nieder – indem sich zeigt, dass viele der Sagen über die Herkunft und Annahme von Wappen [S. 19] »ganz der Kategorie der armes allusives [womit hier die anspielenden Wappen gemeint sind, Anm. d. Autors] entsprechen.« 102

Obwohl es sich bei den Wappensagen zuweilen um »läppisch [ersonnene] Märchen« handelt, positioniert sich Graesse deutlich gegen die Gewohnheit »neuerer« Heraldiker und Genealogen (des 19. Jahrhunderts), diese Sagen gänzlich aus ihren Erarbeitungen zu tilgen. Auch Graesses Zeitgenosse Christian Bernd sieht in der »Bearbeitung und Darstellung« von Wappensagen in entsprechenden Sammlungen ein lohnenswertes Unterfangen.103 Tatsächlich aber genügt es auch der aktuelleren Forschungsliteratur des 20. Jahrhundert meist allenfalls zur Wiedergabe einiger repräsentativer Wappensagen, womit das Thema eher oberflächlich denn tiefgreifend abgehandelt ist. Das sollte insofern nicht verwundern, als dass Historiker und ebenso Heraldiker doch an faktenorientierter Vergangenheitsrekonstruktion interessiert sind.

Die Frage, inwiefern eine Sage in ihrer Erzählart und den verwendeten Motiven – also selbst als Forschungsgegenstand – etwas über ihre Entstehungszeit (nicht die des damit legitimierten Wappens) aussagen kann, wie es Scheibelreiter etwa über das je zeitgenössische Symbolverständnis vermutet, ist damit womöglich besser im Bereich der Literaturwissenschaft aufgehoben, ähnlich wie die Herolds- beziehungsweise Wappendichtung.104

Fazit

Ausgehend von der Problemstellung, welchen Einfluss das Aufkommen redender Wappen auf den Wechsel des Wappentiers der Henneberger Grafschaft im frühen 13. Jahrhundert hatte, wurde im ersten Teil dieser Arbeit die Historie vom ältesten erhaltenen Wappensiegel der Henneberger über eine erste Wappenänderung hin zu diesem Wappenwechsel zusammengefasst und anhand der Kategorien der Wappensymbolik erläutert. Daran zeigte sich, dass der Wechsel des Wappentiers nicht von redenden Wappen beeinflusst wurde, sondern eine politische Entscheidung war: Die Aufgabe des Doppeladlers lässt als Zeichen der Emanzipation im Zuge der sich festigenden Landesherrschaft der Reichsfürsten [S. 20] verstehen. Konnten im Kapitel 1.1 für die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts noch acht Reichsfürsten mit Adlerwappen genannt werden, waren rund hundert Jahre später drei verblieben. Abgesehen von diesen Ausnahmen begannen die Fürsten zunehmend, eigene Wappen zu führen.105 Dass nun die Wahl Poppos VII. auf ein redendes Wappen – gar einen Rebus – fiel, dürfte sich durchaus auf die Popularität dieses Wappentyps zurückführen lassen. Es war naheliegend.

Die aus dem neuen Wappentier hervorgegangenen Wappensagen wurden im zweiten Teil in den Kontext eben dieses Phänomenons gestellt – begleitet von der Frage, in welchem Maße die Sage etwas über das Symbolverständnis ihrer Entstehungszeit verrät. Diesbezüglich lässt sich eine Analyse der Wappensagen, die über eine Sammlung oder paraphrasierte Wiedergabe hinausgehen – obwohl durchaus von Heraldikern gefordert, durch diese nicht feststellen. Von Interesse wäre hier, ob und wie sich andere Disziplinen, etwa die Literaturwissenschaft, mit derartigen Wappensagen auseinandersetzt. Doch diese Frage müsste in eine andere, weiterführende Arbeit »ausgelagert« werden.

Ob, zu guter Letzt, die Wappensymbolik als Schriftersatz taugt, bleibt über einen Wiedererkennungswert hinaus, wie er heute Fußballtrikots oder Firmenlogos zukommt, fraglich und hängt davon ab, ob es sich beim jeweiligen Wappen um eine »einfache Sinngebung« oder »komplizierte Botschaft« handelt. Letzterer wird man weniger durch Entschlüsselung der Symbole im schriftbildlichen Sinne auf die Spur kommen, als durch das Studium mittelalterlicher Moden und Motivationen. Hier bietet die Wappensymbolik der heraldisch-mentalitätsgeschichtliche Forschung auch in Zukunft noch ein weites Feld.106

Nachdem bisher Adler und Henne vor allem ob ihrer Unterschiedlichkeit besprochen wurde, soll am Ende eine gewisse Ähnlichkeit nicht unberücksichtigt bleiben. So tritt besagter Bundesadler nicht immer so schlank und kantig in Erscheinung, wie auf besagter Titelseite von The Economist.

Im Bundestag hängt er in einer derart runden und fülligen Ausführung, dass der Adler – schon als die Regierung noch in Bonn tagte – einen Spitznamen bekam: die fette Henne.107

Literaturverzeichnis

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Fußnoten

  1. Vgl. Zanny Beddoes (Hg.): The Economist, Jul 8th, Titelseite.
  2. Vgl. Siegfried Münchenbach: Die Grafen von Henneberg, S. 149.
  3. Eckart Henning: Die Veränderungen des Siegel- und Wappenbildes der Grafen von Henneberg vom XII. bis XVI. Jahrhundert, S. 46. (zit. Henning: Veränd. d. Siegel- u. Wappenbildes)
  4. Vgl. Georg Scheibelreiter: Heraldik, S. 148.
  5. Vgl. Donald Galbreath/Léon Jéquier: Handbuch der Heraldik, S. 20.
  6. Vgl. Ahasver von Brandt: Werkzeug des Historikers, S. 119-120.
  7. Vgl. Georg Scheibelreiter: Tiersymbolik und Wappen im Mittelalter, S. 18.
  8. Vgl. Georg Scheibelreiter: ebd.
  9. Vgl. Tilman Struve: Investiturstreit, -problem, 1. Investiturstreit. In: Brepolis Medieval Encyclopaedias Lexikon des Mittelalters Online, Sp. 479-482 (http://apps.brepolis.net/lexiema/test /FullScreen.aspx?id=e511530, letzter Abruf: 09.08.17).
  10. Vgl. Erich Caspar (Hg.): Das Register Gregors VII., S. 204.
  11. Vgl. Tilman Struve, ebd.
  12. Vgl. Siegfried Münchenbach: Die Grafen von Henneberg, S. 149.
  13. Vgl. Henning: Veränd. d. Siegel- u. Wappenbildes, S. 47.
  14. Vgl. Siegfried Münchenbach: ebd., S. 151.
  15. Vgl. Donald Galbreath/Léon Jéquier: Handbuch der Heraldik, S. 21.
  16. Vgl. Donald Galbreath/Léon Jéquier: ebd., S. 18.
  17. Vgl. Ottfried Neubecker: Heraldik. Wappen – ihr Ursprung, Sinn und Wert, S. 84.
  18. Vgl. Georg Scheibelreiter: Tiersymbolik und Wappen im Mittelalter, S. 18ff.
  19. Vgl. Henning: Veränd. d. Siegel- u. Wappenbildes, S. 46.
  20. Vgl. Siegfried Münchenbach: Die Grafen von Henneberg, S. 152.
  21. Vgl. Eckart Henning: Genealogische und sphragistische Studien zur Herrschaftsbildung der Grafen von Henneberg im XI. und XII. Jahrhundert, S. 35. (zit. Henning: Genealogische Studien)
  22. Vgl. Georg Scheibelreiter: Heraldik, S. 147.
  23. Georg Scheibelreiter: ebd.
  24. Donald Galbreath/Léon Jéquier: Handbuch der Heraldik, S. 275.
  25. Vgl. Donald Galbreath/Léon Jéquier: ebd.
  26. Vgl. Ahasver von Brandt: Werkzeug des Historikers, S. 125.
  27. Vgl. Georg Scheibelreiter: Heraldik, S. 147.
  28. Vgl. Georg Scheibelreiter: Heraldik, S. 147.
  29. Vgl. Ottfried Neubecker: Heraldik. Wappen – ihr Ursprung, Sinn und Wert, S. 94.
  30. Georg Scheibelreiter: ebd., S. 148.
  31. Galbreath fasst anspielende und politische Wappen unter »Erinnerungswappen« zusammen, vgl. Donald Galbreath/Léon Jéquier: Handbuch der Heraldik, S. 278.
  32. Sofern der Führer des Wappens dessen Schöpfer ist, siehe S. 8, Abschnitt Führer/Schöpfer, oder als Neuschöpfer auftritt, siehe S. 10-11, Abschnitt Wappenänderungen.
  33. Georg Scheibelreiter: Tiersymbolik und Wappen im Mittelalter, S. 20.
  34. Gerard Brault: Literary Uses of Heraldry in the Twelfth and Thirteenth Centuries, S. 17.
  35. Csergheő, Géza von/Josef von Csoma: Der Adel von Ungarn sammt den Nebenländern der St. Stephans-Krone, S. 77.
  36. Vgl. Georg Scheibelreiter: Heraldik, S. 149.
  37. Vgl. Georg Scheibelreiter: Tiersymbolik und Wappen im Mittelalter, S. 20.
  38. Vgl. Donald Galbreath/Léon Jéquier: Handbuch der Heraldik, S. 14-15.
  39. Vgl. Donald Galbreath/Léon Jéquier: Handbuch der Heraldik, S. 14-15.
  40. Vgl. Georg Scheibelreiter: Heraldik, S. 119.
  41. Donald Galbreath/Léon Jéquier: Handbuch der Heraldik, S. 241.
  42. Siehe Abb. 1 im Anhang, S. 25.
  43. Wilhelm von Bibra: Das Burggrafenamt des vormaligen Hochstifts Würzburg, S. 273.
  44. Henning: Veränd. d. Siegel- u. Wappenbildes, S. 47.
  45. Vgl. Henning: Veränd. d. Siegel- u. Wappenbildes, S. 47.
  46. Vgl. Donald Galbreath/Léon Jéquier: Handbuch der Heraldik, S. 277.
  47. Vgl. Tilman Struve: Heinrich IV., Ks., dt. Kg. In: Brepolis Medieval Encyclopaedias Lexikon des Mittelalters Online, Sp. 2041-2043(http://apps.brepolis.net/lexiema/test/FullScreen.aspx?id =e441310, letzter Abruf: 09.08.17).
  48. Vgl. Georg Scheibelreiter: Heraldik, S. 149.
  49. Georg Scheibelreiter: Tiersymbolik und Wappen im Mittelalter, S. 20.
  50. Vgl. Georg Scheibelreiter: Heraldik, ebd.
  51. Vgl. Georg Scheibelreiter: Heraldik, S. 149.
  52. Vgl. Donald Galbreath/Léon Jéquier: Handbuch der Heraldik, S. 280.
  53. Siehe Abb. 2 und 3 im Anhang, S. 25.
  54. Vgl. Henning: Veränd. d. Siegel- u. Wappenbildes, S. 50.
  55. Eckart Henning: ebd., S. 47.
  56. Vgl. Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Von Apfelkreuz bis Zwillingsbalken, S. 156.
  57. Vgl. Donald Galbreath/Léon Jéquier: Handbuch der Heraldik, S. 130.
  58. Vgl. Ottfried Neubecker: Doppeladler. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Sp. 157-161 (http://www.rdklabor.de/w/?oldid=93021, letzter Abruf: 09.08.2017).
  59. Vgl. Johannes Korn: Adler und Doppeladler, S. 365.
  60. Henning: Veränd. d. Siegel- u. Wappenbildes, S. 50.
  61. Vgl. Otto Posse: Die Siegel des Adels der Wettiner Lande bis zum Jahre1500, S. 117.
  62. Vgl. o. V.: Boletín Oficial de Castilla y León. I. Disposiciones generals del estado, S. 3 (http ://www.jcyl.es/web/jcyl/binarios/195/628/ESTATUTO%20DE%20AUTONOMIA.pdf, letzter Abruf: 09.08.2017).
  63. Vgl. Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Von Apfelkreuz bis Zwillingsbalken, S. 314.
  64. Vgl. Georg Scheibelreiter: Tiersymbolik und Wappen im Mittelalter, S. 19.
  65. Vgl. Georg Scheibelreiter: Heraldik, S. 148.
  66. Vgl. Gert Oswald: ebd., S. 144.
  67. Vgl. Georg Scheibelreiter: ebd.
  68. Vgl. Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Von Apfelkreuz bis Zwillingsbalken, S. 324.
  69. Siehe Abb. 4 im Anhang, S. 25.
  70. Vgl. Vgl. Henning: Veränd. d. Siegel- u. Wappenbildes, S. 51-52.
  71. Otto Titan von Hefner: Handbuch der theoretischen und praktischen Heraldik, S. 33.
  72. Als Wappenbild tritt der Berg meist als Dreiberg in Erscheinung, der in der alten Heraldik oft den Schildfuß ersetzte – ebenso bei den Hennebergern ab 1232, vgl. Gert Oswald: ebd., S. 60.
  73. Vgl. Georg Scheibelreiter: Tiersymbolik und Wappen im Mittelalter, S. 19.
  74. Siehe Kapitel Tücken der Wappensymbolik, S. 19ff.
  75. Vgl. Heinrich Wagner: Entwurf einer Genealogie der Grafen von Henneberg, S. 60.
  76. Vgl. Siegfried Münchenbach: Die Grafen von Henneberg, S 152.
  77. Vgl. Henning: Veränd. d. Siegel- u. Wappenbildes, S. 56.
  78. Vgl. Siegfried Münchenbach: ebd.
  79. Vgl. Wilhelm Füsslein: Hermann I. Graf von Henneberg (1224-1290) und der Aufschwung der hennebergischen Politik, S. 156. (zit. Füsslein: Hermann I. Graf von Henneberg)
  80. Vgl. Siegfried Münchenbach: ebd.
  81. Vgl. ebd.
  82. Vgl. Henning: ebd., S. 57.
  83. Vgl. Christian Bernd: Die Hauptstücke der Wappenwissenschaft, S. 67.
  84. Vgl. Füsslein: Hermann I. Graf von Henneberg, S. 87.
  85. Vgl. Henning: Veränd. d. Siegel- u. Wappenbildes, S. 57.
  86. Wilhelm Füsslein: ebd.
  87. Vgl. Georg Scheibelreiter: Heraldik, S. 150.
  88. Siehe Kapitel Das Aufkommen von Wappen und des Adlers als Wappenbild, S. 6.
  89. Vgl. Donald Galbreath/Léon Jéquier: Handbuch der Heraldik, S. 282.
  90. Vgl. Johannes Korn: Adler und Doppeladler, S. 216ff.
  91. Vgl. Georg Scheibelreiter: Tiersymbolik und Wappen im Mittelalter, S. 21.
  92. Vgl. Georg Scheibelreiter: Heraldik, S. 150.
  93. Ebd.
  94. Bemerkenswert diesbezüglich: die Anordnung und Darstellung von Wappen und ihren enthaltenen Symbolen in einem durch Teilung oder Spaltung vereinten Wappenschild. Auf diese sog. Wappenvereinigung kann hier nicht näher eingegangen werden.
  95. Vgl. o. V.: Sage, I. Begriff. In: Brepolis Medieval Encyclopaedias Lexikon des Mittelalters Online, Sp. 1254 (http://apps.brepolis.net/lexiema/test/FullScreen.aspx?id=e726460, letzter Abruf: 09.08.17)
  96. Vgl. Klaus Graf: Sage, III. Formen, Träger und Funktionen. In: Brepolis Medieval Encyclopaedias Lexikon des Mittelalters Online, Sp. 1255-1257 (http://apps.brepolis.net/lexiema/ test/FullScreen.aspx?id=e726480, letzter Abruf: 09.08.17).
  97. Ottfried Neubecker: Heraldik. Wappen – ihr Ursprung, Sinn und Wert, S. 94.
  98. Vgl. Georg Scheibelreiter: Heraldik, S. 147.
  99. Vgl. Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Von Apfelkreuz bis Zwillingsbalken, S. 433.
  100. Vgl. Henning: Veränd. d. Siegel- u. Wappenbildes, S. 49.
  101. Vgl. Johann Graesse: Geschlechts-, Namen- und Wappensagen des Adels deutscher Nation, S. 65-67.
  102. Gregor Scheibelreiter: Wappen im Mittelalter, S. 166.
  103. Vgl. Christian Bernd: Die Hauptstücke der Wappenwissenschaft, S. 68.
  104. Vgl. bspw. Gustav Bebermeyer: Herold Dichtung (Wappendichtung), S. 650ff.
  105. Vgl. Johannes Korn: Adler und Doppeladler, S. 341.
  106. Vgl. Georg Scheibelreiter: Heraldik, S. 147.
  107. Vgl. Jürgen Hartmann: Der Bundesadler, S. 503.

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