Philosophie vom Bleiben

Höhlengleichnis von Platon · in leichter Sprache

Zuletzt aktualisiert am 2. August 2019 um 19:37

In diesem kurzen Beitrag möchte ich einmal das Höhlengleichnis von Platon in leichter Sprache wiedergeben, möglichst nah am Original, bloß etwas verkürzt. Also los.

Beitragsbild zum Höhlengleichnis von Platon in leichter Sprache

Das Höhlengleichnis von Platon

Wir können die Welt in Bezug auf die Bildung der Menschen mit einer Höhle vergleichen. Darin sitzen die Menschen von Kindheit an gefesselt an Hals und Schenkeln. Sie können sich nicht bewegen und nur nach vorne sehen, auf eine Höhlenwand. Die Wand ist beleuchtet von einem Feuer hinter den Menschen. Zwischen ihnen und dem Feuer werden Dinge entlang getragen. Sie werfen Schatten an die Wand vor den Gefesselten, die nie im Leben je etwas anderes gesehen haben, als diese Schatten der Gegenstände. Die Menschen geben den Umrissen verschiedene Namen, ohne zu ahnen, dass es nur die Schatten der wirklichen Dinge sind.

Befreiung aus der Höhle

Eines Tages kommt eine der Gefangenen frei. Die befreite Person stolpert raus aus der dunklen Höhle und kann in der Helligkeit nichts erkennen. Ihre Augen tun weh und sie will nicht glauben, was sie hört – nämlich, dass es Unsinn sein soll, was die Gefangenen in der Höhle sehen. Die Befreite ist verwirrt und hält jene Schatten noch für wirklicher, als die seltsamen Schimmer, die sie jetzt umgeben. Als ihr die Quelle des Lichts gezeigt wird, schmerzen ihre Augen noch mehr. Angeblich zeigt dieses Licht der Befreiten die wirklichen Dinge – aber es dauert, bis ihre Augen sich an die Helligkeit gewöhnen. Auch hier draußen sind die Schatten das erste, was die Befreite erkennt. Dann die Spiegelungen im Wasser und schließlich, wenn sie aufschaut, sieht sie alles. Erstmals in ihrem Leben erkennt die Befreite die wirklichen Dinge und kann bald sogar zur Lichtquelle hinaufschauen, der Sonne. Sie versteht, dass von dieser Sonne alles ausgeht. Die Sonne schafft die Zeiten und Jahre und sie ist die Ursache all der Dinge um sie herum.

Rückkehr in die Höhle

Die Befreite ist begeistert von dieser Erkenntnis – und denkt sofort an die Gefangenen in der Höhle, die nichts als Schatten betrachten und für die Wirklichkeit halten. Sie muss es ihnen sagen! Die Gefangenen ehren und loben untereinander noch diejenigen, die die Schatten am schärfsten sehen und am besten vorhersagen, was als nächstes an der Wand erscheint. Der Befreiten ist diese Ehre nichts mehr wert, weiß sie doch die Wahrheit. Als sie aber hinabsteigt, müssen sich die Augen der Befreiten wieder umgewöhnen. Anfangs sieht sie kaum die Schatten an der Höhlenwand und hört nur das Lachen der Gefangenen über ihre verdorbenen Augen. Oh nein, sie möchten gar nicht da hinauf, sagen die Gefangenen. Stattdessen sind sie bereit, jeden Menschen, der sie lösen und hinaufbringen will, zu packen und, wenn nötig, umzubringen.

Das war das Höhlengleichnis von Platon. Mehr dazu, wie dieses Gleichnis die Ideenlehre von Platon erklären soll, findest du in diesem Beitrag. Wenn du dich für Philosophie interessierst oder einfach nur diese Inhalte unterstützen möchtest, abonniere doch diesen YouTube-Kanal. Noch Fragen zum Höhlengleichnis? Einfach in die Kommentare. Bis bald!

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