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Love, Death & Robots · von Tim Miller | Anthologie-Serie 2019 | Kritik

Die Anthologie-Serie Love, Death & Robots umfasst 18 Kurzfilme rund um die titelgebenden Themen – wobei Boobs, Blood & Beasts treffender gewesen wäre. Am 15. März 2019 auf Netflix veröffentlicht, haben alle Episoden dieser Serie einen futuristischen Anstrich, weshalb Vergleiche mit Black Mirror nahe liegen. Doch im Gegensatz zur BBC-Serie von Annabel Jones und Charlie Brooker, verfällt Love, Death & Robots oft der Formel »Style over Substance« und geht auch nie wirklich in die Tiefe intonierter Ideen. Im Wesentlichen handelt es sich um ein imposantes Showreel von State-of-the-Arts-Animationen unserer Zeit – und, obwohl gar nicht interaktiv, von einem Sexismus, wie man ihn sonst eher in Videospielen sieht (Stichwort Gamergate).

Score vom Bleiben
Beitragsbild zu »Love, Death & Robots«

Not Safe For Mainstream (NSFM)

Liebe im Sinne einer Beziehung, Tod im Sinne eines Lebens, das dem Ende zugeht – darum geht’s in Love, Death & Robots nicht so wirklich. Und Roboter, das kann hier wirklich alles sein, von Cyborgs und Schrottmonstern bis hin zu Werwölfen. Der Begriff ist weit gefasst. Über allem steht der Schauwert. Nun sollte man einer Serie, deren Episoden oft 6 bis 10 Minuten dauern, nicht mangelnden Tiefgang vorwerfen. In kurzer Zeit geht es darum, schnell zur Sache zu kommen und temporeich abzuliefern. Mission erfüllt.

Beliebte Anthologie-Serien, die von Staffel zu Staffel ein neues »Kapitel« aufmachen, sind als Blu-ray oder DVD hier erhältlich:

Episodenguide zu Love, Death & Robots

Folge 1 · Sonnies Vorteil: Bei Biest-Kämpfen im Underground soll Sonnie gegen Geld eine Niederlage einstecken – doch der Veranstalter hat die Rechnung ohne die Leid-erprobte Heldin gemacht. | 17 Min. | 4 von 5 Sterne (Score vom Bleiben)

Folge 2 · Drei Roboter: Sightseeing in einer postapokalyptischen Welt. Drei Roboter lernen auf die haarige Tour, wer die Apokalypse überlebt hat. | 11 Min. | 5 von 5 Sterne

Folge 3 · Die Augenzeugin: Eine Frau wird Zeugin eines blutigen Mordes. Sie ergreift die Flucht vor dem Mörder durch eine surreale Geisterstadt. | 12 Min. | 3 von 5 Sterne

Folge 4 · Schutzanzüge: Eine Gemeinschaft von Farmern muss sich gegen eine Alien-Invasion verteidigen. Dazu sind sie mit riesigen Robotern ausgestattet. | 17 Min. | 3 von 5 Sterne

Folge 5 · Seelenfänger: Archäologie hat es in sich – wenn man bei Ausgrabungen plötzlich einen blutrünstigen Dämon weckt. Flucht und Überleben sind, mal wieder, eine haarige Angelegenheit. | 13 Min. | 2 von 5 Sterne

Folge 6 · Als der Joghurt die Kontrolle übernahm: Im Labor gezüchtet und zur Weltherrschaft berufen, löst ein Joghurt die Menschheit ab. Wurde auch höchste Zeit. | 6 Min. | 5 von 5 Sterne

In der kürzesten und besten dieser Folgen übernimmt der erwähnte Joghurtbecher die Weltherrschaft – was völlig logisch erscheint, weil alle anderen Menschen, Maschinen, Aliens und Ungeheuer, die das Netflix-Projekt bevölkern, viel zu sehr mit schlechtem Sex, holzhämmernder Zeitdiagnostik und albernen Taffer-Typ-Sprüchen beschäftigt sind.

Zeit Online rät von Love, Death & Robots als Gesamtwerk eher ab

Vom Weltall ins Wüstental

Folge 7 · Jenseits des Aquila-Rifts: Vom Kurs abgekommen, dockt ein Raumschiff an einer rätselhaften Station an. Der Kommandant freut sich über ein bekanntes Gesicht, bis er hinter die Fassade blickt. | 16 Min. | 3 von 5 Sterne

Folge 8 · Gute Jagdgründe: Eine Hulijing kann ihre Gestalt wandeln, doch das schützt sie nicht vor dem Geisterjäger. Dessen Sohn jedoch entschließt sich, mit einer Gestaltwandlerin gemeinsame Sache zu machen. | 17 Min. | 3 von 5 Sterne

Folge 9 · Die Müllhalde: Ein alter Mann soll von seiner Müllhalde vertrieben werden – obwohl er sich dort sauwohl fühlt. Zum Glück hat er überraschende Unterstützung. | 10 Min. | 2 von 5 Sterne

Folge 10 · Gestaltwandler: Im Afghanistan-Krieg setzen die Amerikaner jetzt Soldaten mit übermenschlichen Kräften ein. Von ihren Kameraden werden sie gemieden und selbst von ihresgleichen ziemlich grob behandelt. | 16 Min. | 1 von 5 Sterne

Folge 11 · Helfende Hand: Eine Astronautin bekommt Probleme im Weltall. Ganz auf sich allein gestellt, sieht sie dem drohenden Tod ins Auge – und widersetzt sich. | 10 Min. | 4 von 5 Sterne

Folge 12 · Nacht der Fische: Eine Autopanne im Nirgendwo. Zwei Vertreter warten im Wüstental auf Hilfe und sinnieren über das Nachleben der Seelen. Als es Nacht wird, erleben sie Unglaubliches. | 10 Min. | Vom Look her erinnert dieser Kurzfilm ein wenig an A Scanner Darkly (2006) | 4 von 5 Sterne

Folge 13 · Raumschiff Nr. 13: Eine Pilotin übernimmt ein Raumschiff, in dem bereits zwei Besatzungen draufgegangen sind. Bringt die Nummer etwa Unglück? Oder braucht es nur das rechte Geschick? | 14 Min. | Gravity meets 127 Hours | 4 von 5 Sterne

Folge 14 · Zima Blue: Ein Künstler mit einer Version will zum ersten Mal seit langer Zeit mit der Presse sprechen. Die Reporterin begibt sich in heller Aufregung zu ihrem Treffen. Es geht um die Enthüllung seines letzten Werks. | 10 Min. | 5 von 5 Sterne

Folge 15 · Blindspot: Eine wilde Cyborg-Gang begibt sich auf Raubzug. Ihr Ziel ist ein Konvoi, der Coup muss bei voller Fahrt gelingen. Doch die Verteidigung des Konvois ist stärker als erwartet. | 8 Min. | 2 von 5 Sterne

Folge 16 · Eiszeit: Ein Paar bezieht eine Wohnung, in der ein uralter Kühlschrank steht. Als sie das Eisfach öffnen, staunen sie nicht schlecht – da drin ist richtig was los. | 10 Min. | So erfrischend, nach so vielen animierten Abenteuern wieder echte Menschen in echter Kulisse zu erleben. Topher Grace (Die wilden Siebziger) und Mary Elizabeth Winstead liefern hier eine heitere kleine Performance ab. | 4 von 5 Sterne

Folge 17 · Alternative Zeitachsen: Was wäre wenn… Hitler früher zu Tode gekommen wäre? Das spielt dieser Kurzfilm in sechs irren Varianten durch. | 7 Min. | Tolle Idee, gelungener Auftakt, dann leider viel verschenktes Potential. | 3 von 5 Sterne

Folge 18 · Geheimkrieg: Im frostigen Hinterlands Sibirien kämpft eine Einheit der Roten Armee gegen monströse Gegner. Was mit kleinen Vorstößen beginnt, endet in einer gewaltigen Schlacht. | 16 Min. | 3 von 5 Sterne

15 Jahre seit Animatrix

Die Animationen reichen von klassischem Zeichentrick bis hin zu fotorealistischen CGI und sind durch die Bank ziemlich grandios – wobei wirklich kaum ein Kurzfilm dem anderen gleicht. Die Hochwertigkeit des Looks wird Fans der ebenfalls animierten Anthologie-Serie Animatrix (2003) sicher begeistern: Wie weit es die Animationskunst in den vergangenen rund 15 Jahren doch gebracht hat!

Love, Death & Robots ist mein Traumprojekt. Es verbindet meine Liebe zur Animation mit atemberaubenden Geschichten. Mitternachtsfilme, Comics, Bücher und Zeitschriften mit fantastischer Fiktion inspirieren mich seit Jahrzehnten, aber sie wurden in die Randkultur der Geeks und Nerds verbannt, zu denen ich gehörte. Ich bin so verdammt aufgeregt, dass sich die kreative Landschaft endlich so verändert hat, dass die Animation mit Erwachsenen-Motiven Teil eines größeren kulturellen Gesprächs wird.

Tim Miller via Collider (aus dem Englischen)

So sehr man Millers Begeisterung verstehen mag: Was neben extremer Gewalt, von absurd-komisch bis abartig-grotesk, mit »Erwachsenen-Motiven« gemeint ist, stellt sich nach den 18 Kurzfilmen ziemlich klar und deutlich dar. Die Rede ist, natürlich, vom zumeist weiblichen Körper in maximaler Sexualisierung. In einigen der Episoden kommt gar keine Frau als Figur (geschweige denn handelndes Subjekt) vor, sondern ausschließlich als Objekt vulgärer Witze, auf Nacktpostern im Hintergrund, in Porno-Heften sowie verkörpert in Armaturenbrett- und Sexpuppen. Mag zum Genre gehören, ist trotzdem bedenklich.

Fazit zu Love, Death & Robots

Einzelne Episoden sind für ein breites Publikum sehenswert, weil wirklich unterhaltsam und stark gemacht. Andere Episoden kommen zwar technisch brillant, aber zugleich dermaßen brutal daher, dass sie nur bedingt zu empfehlen sind.

Hier ein wesentlich euphorischeres Review zur Serie (auf Englisch):

1 Kommentar Neues Kommentar hinzufügen

  1. Strohmaier sagt:

    Hi Episodenguide zu Love, Death & Robots
    Folge 1 · Sonnies Vorteil

    ist ja mal mega geil es wäre mega wenn diese reine Serie weiter gemacht wird solch eine Geschichte mit solch einem Beast ist mega man möchte einfach mehr sehen lg Renee S.

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