Philosophie vom Bleiben

Studium der Philosophie

Zuletzt aktualisiert am 15. August 2019 um 5:57

Hi! In diesem Beitrag geht’s um das Studium der Philosophie. Wenn du wissen möchtest, wo und wie du ein solches anfangen kannst und welche Berufsaussichten es mit sich bringt, bist du hier richtig. Wenn du nicht sicher bist, ob Philosophie was für dich ist, empfehle ich den Beitrag über Sinn und Zweck der Philosophie. Im Folgenden betrachten wir drei Möglichkeiten, Philosophie zu studieren: im Präsenzstudium, Fernstudium oder Selbststudium.

Interesse an einem Studium der Philosophie? Zur Einführung ins Fach gibt es hier einen eigenen Beitrag: Philosophie für Anfänger*innen.

Beitragsbild zum Thema »Studium der Philosophie«

Willkommen in der Tischrunde

Manche Dinge gelten für jede dieser Möglichkeiten. Stell dir das Fach der Philosophie als eine große Tafel vor. Daran sitzen etliche Menschen und reden durcheinander. Sie benutzen komische Begriffe und Namen und sprechen fast eine eigene Sprache. Dauernd beziehen sie sich auf irgendwelche Ideen und Schriften, zu denen die Anderen nur nicken, ja, ja, altbekannt. Du merkst schnell, dass diese Tischrunde nicht erst seit Stunden rumsitzt – und du magst schockiert sein, wenn du checkst: Das geht seit Jahrtausenden so. Im Beitrag Geschichte der Philosophie teilen wir diese lange Zeit in kürzere Sinnabschnitte ein, als eine erste Orientierung.

Die Liebe zum Lesen

Du kannst eine Weile zuhören, was die Philosophierenden in deiner Gegenwart von sich geben. Doch um wirklich zu verstehen und mitreden zu können, macht es Sinn, sich ins Thema zu lesen. Dazu gibt es Primär- und Sekundärliteratur, zwei Begriffe, die dir auch in anderen Studienfächern begegnen.

Primärliteratur, das sind die philosophischen Texte selbst, die ursprünglichen Schriften mit den originalen Gedanken großer Köpfe – etwa die Dialoge von Platon oder Bücher von Beauvoir. Sekundärliteratur umfasst wiederum Schriften über die Primärtexte. Und dann gibt’s noch Tertiärliteratur, das sind das Lexika und Nachschlagewerke, die es natürlich auch speziell für Philosophie gibt. Konkrete Buchtipps findest du im Beitrag zum Kanon der Philosophie.

Philosophie im Präsenzstudium

Philosophie als Präsenzstudium kannst du an zahlreichen deutschen Unis absolvieren, von A wie Augsburg bis W wie Würzburg. In Z wie Zwickau leider nicht. Nach 6 Semestern Regelstudienzeit hast du den Abschluss Bachelor of Arts (B.A.) im Sack – und wenn du möchtest, kannst du noch 4 Semester für den Master dranhängen. Ob Philosophie dabei wirklich das Fach bleibt, auf dem dein Fokus liegt, das hängt ganz vom Studiengang ab, den du wählst. Als Voraussetzung gilt in der Regel die Allg. Hochschulreife und Fremdsprachenkenntnisse, zumindest in Englisch, sind hilfreich. Wenn du Altsprachenkenntnisse besitzt, kannst du im Studium der Philosophie in den seltenen Genuss kommen, antike Texte im Original zu lesen – dann hat sich das Graecum oder Latinum doch noch gelohnt!

Philosophie im Fernstudium

Ich persönlich hatte bis Studienstart leider all die Altgriechisch- und Lateinstunden wieder vergessen, aber geschadet hat’s nicht. Ein Fernstudium, wie ich es an der FernUni Hagen begonnen habe, lässt sich als Vollzeit- oder Teilzeit-Studium angehen. Vollzeit entspricht den üblichen 6 Bachelor- bzw. 4 Master-Semestern, Teilzeit-Studierende haben doppelt so viel Zeit. Du kannst auch Teilzeit einsteigen und, wenn dein Kalender es zulässt, mal das Vollzeit-Pensum an Modulen buchen – und so die Studienzeit wieder verkürzen. Im Fernstudium bekommst du die Studienhefte für die Module nach Hause geschickt. Vorteil: Du kannst auf der Couch bleiben. Nachteil: Du kannst auf der Couch bleiben. Weitere Gründe für und gegen ein Fernstudium findest du im Beitrag Fernstudium: Erfahrungen & Tipps.

Abschluss im Studium der Philosophie

Aber was bringt so ein Abschluss bzw. Studium der Philosophie eigentlich? Ist immer eine der ersten Fragen, wenn ich irgendwo sage, dass ich Philosophie studiere. Erst kommt: Ist das nicht langweilig? Das kann ich gar nicht verstehen, weil ich mir den Studiengang ehrlich gesagt so ausgesucht hatte. Zunächst: Wo willste studieren? FernUni, du alter Sack. Okay: Was willste studieren? Bin dann die Studiengänge durchgegangen und dachte: langweilig, langweilig, oh, Wirtschaftsinformatik, auf gar keinen Fall! Nach Ausschlussverfahren also hat’s mich zur Philosophie verschlagen und klar ist das manchmal öde – aber das ist Frühstücken auch, und Duschen, und Gehen… wo war ich?

Berufsaussichten! Die gibt’s für gelernte Philosoph*innen in Archiven, Bibliotheken, in Lehre und Forschung, Journalismus und Verlagswesen. Ich weiß, klingt nach einer Parade der sinkenden Schiffe und ich will nicht behaupten, dass Philosophie die beste Wahl für ein sicheres Gehalt und Wohlstand bis ins hohe Alter ist. Aber! Bei manchen Vorgesetzten wird eine Frage nach Gehaltserhöhung mit dem Argument ausgeschlagen, dass ja nicht einmal ein höherer Bildungs-Abschluss vorliege, und zwar irgendeiner. Wenn du also einen Hochschul-Abschluss machen willst, einfach bloß, um einen zu haben, dann ist Philosophie das ultimative Selbstzweck-Fach.

Studium der Philosophie – in Eigenregie

Nun ist in unserer schrecklich oberflächlichen Leistungsgesellschaft ja nicht jeder Mensch auf ein Zeugnis aus. Gerade das Studium der Philosophie lässt sich auch gut als Selbststudium organisieren, nebenbei und um der Sache willen. Denn eines verspricht jede Art des Studiums der Philosophie: Sie eröffnet dir ein ungeahntes Universum an Ideen, Gedanken, Geschichten, die nicht nur hilf- und lehrreich sein können, sondern auch echt unterhaltsam. Jede Menge Literatur ist im Netz verfügbar, viele der philosophischen Originaltexte sogar kostenlos und in voller Länge – etwa in der Online-Bibliothek zeno.org. Allein die schiere Menge an Texten und Themen kann abschreckend sein, aber dafür gibt’s ja Starthilfen – ob als Online-Beiträge wie in dieser Reihe, oder in guter alter Buchform. Bevor wir in die Einzelthemen starten, findest du im nächsten Beitrag erstmal einen kleinen Kanon der Philosophie, mit Literatur-Tipps zum Loslegen. 

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