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Metaphysik, oder: Warum gibt es Etwas und nicht Nichts? | Philosophie

Zuletzt aktualisiert am 7. Januar 2019 um 17:02

Es sei nicht leicht zu sagen, was Metaphysik ist. Diesen entwaffnenden Satz schrieb Peter van Inwagen zum Auftakt des Artikels Metaphysics in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy (2007). Ein Lexikon-Beitrag also, der damit beginnt, die Erwartungen der Leser*innen auf den Boden der Tatsachen zu holen… falls es denn einen solchen Boden überhaupt gibt.

Metaphysik als Wissenschaft

Wenn gewisse Fragen über 2500 Jahre lang heiß diskutiert und von den klügsten Köpfen unserer überheblichen Spezies nicht so beantwortet werden können, dass die Artgenossen sagen: »Ja, okay, find ich gut so, Thema erledigt« – dann liegt das entweder daran, dass unsere Spezies nicht so schlau ist, wie sie gerne wäre, oder… nee, daran wird’s liegen.

Der Begriff der Me·ta·phy·sik setzt sich aus zwei griechischen Wörtern zusammen: μετά (metá) – danach, dahinter, und (φύσις) phýsis – Natur. Es geht also um Dinge, die hinter oder vielmehr jenseits dessen liegen, was wir als Natur, Umwelt oder sinnlich erfahrbare Wirklichkeit um uns herum erleben. Metaphysik ist damit die Grunddisziplin der Philosophie. Sie beschäftigt sich mit Fragen rund um die »ersten Begründungen« alles Seins im Kosmos.

Die Sonne scheint durch eine Baumkrone, dazu der Text: Was ist Metaphysik?

Wir sind nicht klug genug zur finalen Lösung metaphysischer Probleme – aber verdammt fleißig darin, sie zu diskutieren. Das konnten schon die Vorsokratiker, schon Platon und erst recht Aristoteles, der die Metaphysik als Wissenschaft etablierte. Erklärtes Ziel: die Erlangung von Weisheit. Was ist Weisheit? Die Kenntnis erster Gründe und letzter Prinzipien. Was sind erste Gründe und letzte Prinzipien? Das gilt es zu klären.

Die Fragen der Metaphysik

Vielleicht verhält es sich mit der Metaphysik so, wie mit manch banalem Thema des Alltags: »Dazu wurde schon alles gesagt – nur noch nicht von jedem/jeder.« Wenn dem so ist, und das ist nicht so unwahrscheinlich, dann verbergen sich die Antwort auf all unsere Fragen bereits irgendwo da draußen, in einem Geflecht der niedergeschriebenen Gedanken, das bloß noch niemand geknüpft hat – Antworten auf Fragen wie:

  • Warum gibt es etwas und nicht nichts?
  • Gibt es einen Gott und wenn ja… warum sagt sie’s uns nicht einfach?
  • Hat der Mensch eine Seele und überlebt sie ihn?
  • Was sind Raum und Zeit?

Solche Fragen stellen wir uns schon seit geraumer Zeit. Speziell über die Metaphysik in der Antike geht es in diesem Blogbeitrag.

Dass wir uns derartige Fragen stellen, ist Immanuel Kant zufolge so selbstverständlich und notwendig wie Atmen. Er beschreibt Metaphysik als Naturanlage:

Es wird also in der Welt jederzeit, und was noch mehr, bei jedem, vornehmlich dem nachdenkenden Menschen Metaphysik sein […]Immanuel Kant

Das Grosse vollständige Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste aus dem 18. Jahrhundert (Spoiler: es ist nicht vollständig) schreibt, das Wort »Metaphysik« sei von Philosophen aller Zeiten verschiedentlich verwendet worden und könne daher »nicht überhaupt erklärt werden.«

Lesetipp: Hier geht’s zur Unterscheidung von Ethik und Moral, ein Thema der praktischen Philosophie.

Hinweis: Als Student der Philosophie (an der Fernuniversität in Hagen) bin ich noch Neuling auf diesem ehrwürdig alten Gebiet. Falls dir Begriffe falsch gebraucht oder Ideen falsch verstanden erscheinen, bitte nutze die Kommentarfunktion und korrigiere mich. Ebenso im Falle etwaiger Fragen, die wir gemeinsam erörtern können.

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