Unterwegs

Haldern Pop 2014 mit Enno Bunger, Patti Smith & Co. | Festival-Bericht

Zuletzt aktualisiert am 20. Dezember 2018 um 9:54

Auf geht’s: Wenn ich über eine Festival-Doku schreiben kann (siehe: Blogbeitrag über Wacken 3D), dann kann ich auch über einen Festival-Besuch schreiben. So die logische Denke, nachdem das schlappe Hirnchen nach einem Wochenende voller Wetter-Wechsel und Live-Musik aus dem Koma erwacht ist. War ja nicht irgendein Wochenende, war ja Haldern Pop 2014, das 31. seiner Art und mein persönliches erstes Mal. Und hach, es war befriedigend!

Ein Foto von der Hauptbühne eines Abends beim Haldern Pop 2014

Mucke, Mustache & Mission

Obwohl ich nur zwei Abende auf dem Haldern Pop 2014 am Start war, gab’s jeder Menge musikalischer Eindrücke – die meisten davon für meine Ohren neu, hier mal der Reihe nach: 

  • RY X · kannte ich nicht, eher ruhig, schön atmosphärisch 
  • Boy & Bear · kannte ich nicht, tolle Tracks und ein Sänger, der in unserem Grüppchen die Diskussion losgetreten hat: Ist ein Schnurrbart nun attraktiv oder nicht? Ich plädiere für »teils, teils« – bei George »Pornstache« Mendez aus OINTB eher nicht, bei Michael Kelso aus Die wilden Siebziger, Staffel 6: yes!
  • Black Lips · kannte ich nicht, nach zweieinhalb Tracks haben wir das Spiegelzelt verlassen, unser Pogen-Pensum war erfüllt. Draußen, auf der Hauptbühne, gab’s stattdessen: 
  • Lee Fields & The Expressions · kannte ich nicht, stilvoller Auftritt, aber Seeed hätte aus dem instrumentalen Ensemble mehr rausgeholt, da fehlte der entscheidende Wumms
  • Bernhoft · kannte ich nicht – wie wenig kenn ich eigentlich!? – ziemlich überzeugende One-Man-Show, sehr stimmungsvoll; und nicht zu vergessen, die Legende:
  • Patti Smith · kannte ich, muss ich zu meiner Schmach gestehen, auch nicht… und bitte: Was hat die denn an dem Abend geraucht? Die hat mir mehr über Jesus erzählt, als sämtliche Priester an den letzten 10 Weihnachten.

AnnenMayKantereit springt ein

Nicht nur auf dem Festival-Gelände gab’s zum Haldern Pop 2014 auf die Ohren – auch mitten in der kleinen Ortschaft. Dort fing die Lokalreporterin Daniela Schlutz ein paar Eindrücke ein:

Dass Haldern immer wieder für eine Überraschung gut ist, zeigte sich […] auch in der Haldern Pop Bar. Nachdem die Indie-Rock-Band Big Sixes kurzfristig absagen musste, rückte Jeff Beadle mit seinem Auftritt nach hinten. Das bot den Kölner Newcomern AnnenMayKantereit eine einzigartige Chance. Nachdem sie auf einer Seite im Internet lediglich »ein kleines Straßenkonzert vor der Halderner Kirche« angekündigt hatten, durften sie spontan einspringen.

Daniela Schlutz (lokalkompass.de)

Zurück auf dem Festival-Gelände: Parallel zu der Missionarin auf der Hauptbühne lief im Spiegelzelt – und den Act habe ich mir komplett angesehen, von Patti Smith sah ich danach nur das Finale – mein persönliches Highlight: Enno Bunger (kannte ich vorher! Ha!). Von ihm gab’s, wie erwartet, ein melodisches Schwelgen in fremden Erinnerungen, poetisch formvollendet, von den Lippen eines sympathischen Sängers mit Sinn für Selbstironie (»Enno sunshine when she’s gone«).

Oh, und ich habe – wenn auch indirekt, weil als Übertragung aus dem Spiegelzeit auf dem großen Screen draußen – den gerade im Radio rauf- und runterlaufenden Track Take Me To Church von Hozier gesehen. Ganz großes Kino! Und ein beharrlicher Ohrwurm für die nächsten paar Tage. Etwas nervig, weil es einer dieser Ohrwürmer ist, bei denen ich nicht über die eine Zeile – Take Me To Church, la la la… – hinwegkomme und den Rest zurecht murmeln muss, um dann schnell wieder von vorne anzufangen: Take Me To… Teufelswurm.

Fazit zum Haldern Pop 2014

Das Haldern Pop 2014 war, kurz und knapp, ein richtig gutes Festival mit richtiger gute Mucke, richtig peinlich, dass ich ein Vierteljahrhundert gebraucht habe, um es für mich zu entdecken, wo doch Haldern quasi in Fahrrad-Weite zur Heimat liegt. Nächstes Jahr wieder!

Und wie geht der alte Spruch? Das Beste verpasst man zum Schluß, oder so – hier der Auftritt von Augustines auf dem Haldern Pop 2014. Der ist leider an mir vorbeigegangen, fängt aber nachträglich das Haldern-Feeling sehr schön ein:

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