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GODZILLA · Monster-Action mit Elizabeth Olsen | Film 2014 | Kritik

Zuletzt aktualisiert am 27. Dezember 2018 um 20:18

Ein gewaltiger Dino trampelt durch eine Großstadt, zerstört alles in Reichweite, während Soldaten von Hubschraubern aus die Echse bekämpfen… das sind so die Szenarien, die einem Kind durch den Kopf gehen, wenn es mal wieder zu tief in der Lego-Kiste sitzt. Mit dem Alter kommt die Fantasie dann abhanden und man flüchtet sich ins Lichtspielhaus. Kein Problem, denn die Kreativen in der Filmindustrie haben das kindsköpfige Ausleben wilder Monster-Action voll verinnerlicht. So fährt Regisseur Gareth Edwards (Monsters) mit der zweiten amerikanischen Verfilmung zum japanischen Urviech-Franchise ganz große Geschütze auf, in dem Blockbuster Godzilla.

Aaron Taylor-Johnson und Elizabeth Olsen in dem Film »Godzilla«, Bild: Warner Bros. Entertainment
Eigentlich ein Liebesfilm, wie dieses Standbild aus Godzilla zweifelsfrei beweist. | Bild: Warner Bros. Entertainment

Hinweis: Dieser Blogbeitrag enthält Spoiler zum Film Godzilla. Hier geht’s zu aktuellen Streaming-Angeboten.

Bin vorhin im Provinzkino gewesen, dem Bocholter Kinodrom, dritte Reihe von unten, ganz rechts – Godzilla in 3D. Die Voraussetzungen waren schlecht, der erste Eindruck ebenso: viele Unschärfen und die linke Leinwandhälfte wegen der unvorteilhaften Sitzposition im dürftig ausgestatteten Kino (2D wäre mal wieder besser gewesen) deutlich dunkler, als die rechte Hälfte… aber – dann! ABER DANN!

Godzilla kommt klar

Vorweg: Das Gespräch, in dem Regisseur Edwards den Produzent*innen seine Idee der Neuauflage gepitcht hat, stelle ich mir ungefähr so vor:

Edwards: Also, da wollen zwei Monsterspinnen mitten in San Francisco brüten und dann kommt Godzilla aus dem Meer, tötet die Spinnen, und verschwindet wieder im Wasser. Zwei Stunden. BÄM! Alles im Arsch!

Produzent*in: Und die Menschen?

E: Ja nix.

P: Ja wie, »ja nix«? Die müssen doch was machen!

E: Ok. Dann bringen die eine Atombombe ins Spiel, die im Spinnennest landet. Da müssen die Menschen das Ding nachher aber auch schnell wieder rausholen, weil Godzilla alleine klarkommt – und die Stadt sprengen wäre ja blöd.

P: DEAL!

Heißt im Klartext: Wenn sich die Menschen gar nicht erst eingemischt hätten in den Monster-Stress, dann wäre der Film am Ende letztendlich besser ausgegangen. Aus städtebaulicher Sicht. Aber wer will das schon?

Nun ein Spoiler: liebe Bryan-Cranston-Fans, wenn ihr nur wegen eurem Breaking-Bad-Serienhelden reingeht, lasst es bleiben (Apropos Breaking Bad, hier ein paar alte Gedanken zu Better Call Saul). Auch wenn im Trailer suggeriert wird, Cranston spiele eine weiß der Geier wie große Rolle – bevor’s so richtig losgeht, schließt sich über dessen Nase schon der Leichensack! Ja, ich war auch überrascht. Durch den ganzen Kinosaal ging ein kollektives »Whuaaat!?«

Eben die Bombe zum Boot bringen

However, danach gehen alle Beteiligten richtig in die Vollen und setzen ganz klare Prioritäten: Zerstörung ganz oben, Logik ganz unten. Die Kombination ist an Schauwert nicht zu übertreffen. Nicht falsch verstehen: Ich habe diesen Kinobesuch sooo sehr genossen! Kleine Logik-Lücken gehen dabei nur als Randnotizen ins Protokoll ein.

  • Im Chaos verliert ein kleiner asiatischer Junge seine Eltern. Der Held kümmert sich um ihn, rettet das Kind ein paar Mal, doch gerade als es irgendwie lästig wird und das Niedlichkeitspulver eh verschossen ist, findet das Kind (wie praktisch!) seine Eltern wieder. Sind ja nur ein paar Zigtausende Menschen unterwegs.
  • Als hätte sich Godzilla in der zweiten Hälfte wie ein Pokémon weiterentwickelt, speit es auf einmal Feuer, wozu das Vieh in der ersten Hälfte wohl aus dem Grund dramaturgischen Steigerungspotentials noch nicht die Muße hatte.
  • In einem gewaltigen Loch mitten in San Francisco liegt also die Bombe, groß wie ein Auto, und die Soldaten kriegen’s nicht auf die Kette, das Ding dort zu entschärfen. Countdown läuft noch 27 Minuten? No problemo: Wir heben dieses Auto mit gemeinsamen Kräften einfach an, befördern es – weiterhin von Manneskraft – aus diesem Loch, schleppen es, während neben uns die Monster toben, ein gutes Stück durch die völlig zertrümmerte Stadt auf ein Schiff im Hafen. Und dazu brauchen sie (Bestzeit!) nur ne Viertelstunde.

Fazit zu Godzilla

8/10 Punkte, bei weitem nicht so atmosphärisch wie Gareth Edwards‘ Monsters, aber das hat ja auch wirklich niemand erwartet. Nein, die Erwartungen (Monster-Wrestling und die Stadt in Schutt und Asche) wurden mehr als erfüllt! Das menschliche Ensemble – mit dabei: Elizabeth Olsen (Oldboy) und Sally Hawkins (Shape of Water) – 

Nachtrag: Oooh, die Monster-Action geht weiter! Und zwar mega-ultra-duper-fett, wie dieser fantastische Trailer mit Millie Bobby Brown (Stranger Things) vermuten lässt:

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