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Happy New Year – Neues Jahr, neues Glück | Kritik: Tatsächlich… lieblos

Zuletzt aktualisiert am 7. März 2019 um 10:41

Score vom Bleiben

Der Film Happy New Year (im Original: New Year’s Eve) ist eine amerikanische Liebeskomödie, die für Silvester das sein möchte, was Tatsächlich… Liebe (2003) für Weihnachten ist. Wer Letzteres kennt – oder abgöttisch liebt und 1.000 Mal gesehen hat – bemerkt den Abklatsch-Effekt arg deutlich. Gutes neu aufzulegen ist ja auch erstmal ne feine Sache, wenn es nicht etwas schlecht gemacht wäre.

Schauspielerin Michelle Pfeiffer in dem Film »Happy New Year«

Zum Inhalt: Am letzten Tag des Jahres 2011 gibt der gefeierte Bühnenstar Jensen (Jon Bon Jovi) ein kleines Konzert am Times Square in New York. Genau dort, wo wie jedes Jahr der leuchtende Zeitball hinabgelassen wird – nur, dass dabei dieses Mal ne Panne passiert. Drum kümmern muss sich Claire (Hilary Swank), die Chef-Organisatorin vor Ort. Anderswo ist derweil das Rennen ums Neujahrs-Baby eröffnet, ein Teen (Abigail Breslin) entflieht seiner Mutter (Sarah Jessica Parker) und besagter Jensen bemüht sich um das Herz seiner großen Liebe Laura (Katherine Heigl).

Tatsächlich… lieblos

Man merkt es an der Inhaltsangabe von Happy New Year: Großes Schaulaufen der Stars in diesem Film. Und ich habe noch gar nicht Sarah Paulson (Bird Box), Michelle Pfeiffer, Halle Berry und Robert DeNiro erwähnt. Von Jessica Biel (The Tall Man) und Til Schweiger ganz zu schweigen. Mein persönliches Highlight: Seth Meyers, dieser lustige Bursche! Sonias Highlight war Ashton Kutcher (Die wilden Siebziger). Und so einfach funktionieren diese überbesetzten Episodenfilme auch: Wenn nur jeder große Name seine Fangemeinde ins Kino holt, hat sich die Produktion doch schon gelohnt. Das war bei Tatsächlich… Liebe nicht anders – nur halt besser gemacht.

Filmkritiken in Bild und Ton gibt’s übrigens auf meinem YouTube-Kanal.

Auch wenn es immer etwas schwierig zu benennen ist, weshalb bei ähnlichen Konzepten der Funke hier schon und da nicht überspringt, war’s bei diesem Seherlebnis von Happy New Year doch überdeutlich zu spüren: Trotz wohlwollender Haltung ob des sympathischen Ensembles wollten die lahmen Pointen nicht zünden und die mutmaßlich erwünschten Gefühle nicht aufkommen. Dafür war die Figurenzeichnung viel zu skizzenhaft – ohne jegliche Vorkenntnisse darüber, mit wem man es überhaupt zu tun hat, wird man als Zuschauer*in prompt in deren »Probleme« reingezogen (alles First World Problems, wohlgemerkt, als zieme sich alles andere für ein Feel-Good-Movie nicht). Das Drehbuch wirkte teilweise wie das, was sich eine Autorin grob in den ersten Rohentwurf schreiben würde, um die Szene später ordentlich auszuformulieren. Bloß dass dieser letzte Schritt nie stattgefunden hat.

Gut möglich allerdings, dass in der deutschen Synchron-Fassung viel Charme verloren gegangen ist. Dieser Film scheint für eingefleischte New Yorker (Fans oder Einwohner) gemacht zu sein.

Trailer zum Film:

Fazit zu Happy New Year

Mit Valentinstag (2010) und Muttertag (2016) bildet Happy New Year eine lose »Feiertags-Trilogie« des Regisseurs Garry Marshall (Pretty Woman). Momentan kann ich nur für Happy New Year sprechen, doch dafür mit Gewissheit sagen: Gerade an Feiertagen sollte man sich nicht mit einem solch lieblos zusammengefügten Rom-Com-Brei abgeben – es sei denn, man holt auch das Festessen beim Fastfood-Schuppen um die Ecke.

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