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Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen | Film 2009 | Kritik

Zuletzt aktualisiert am 6. Juli 2019 um 7:16

Ein Kinderbuch aus dem Jahr 1978 hat seinen Weg ins Kino gefunden. Der schräge Titel blieb dabei bestehen: Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen. Doch die altbackenen Blei- und Buntstift-Zeichnungen der literarischen Vorlage wurden ersetzt durch opulente 3D-Animationen aus der Schmiede von Sony Pictures. Zu den drei Dimensionen wünscht man sich noch eine vierte hinzu: den Geschmackssinn!

Score vom Bleiben

Hinweis: Hier ist Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen als Blu-ray erhältlich (Partnerlink, erfahre mehr dazu).

Beitragsbild zum Film »Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen«

It’s raining menues!

Zum Inhalt von Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen: Der Tüftler Flint Lockwood in Swallow Falls (im Deutschen: Affenfels), einer kleinen Insel mitten im »Atlantischen Ozean« (auf Karten meist versteckt unter dem großen A). Auf der Insel herrscht ein Sardinen-Überfluss, aber ein Mangel an allem Anderen, was Nahrung anbelangt. Drum bastelt Flint eine Maschine, die Wasser in Nahrung verwandelt – mit Erfolg! Schon bald regnet es herzhafte Burger über der Swallow Falls. Doch Flints Erfindung gerät außer Kontrolle, mit schrecklichen Folgen…

Die Prämisse von Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen – es regnen Leckereien vom Himmel – weckt ja schonmal das Interesse von Leckereien-liebenden Menschen (also allen Kindern und denjenigen Erwachsenen, die nicht völlig den Sinn fürs Schöne am Leben verloren haben). Doch schon die Hinführung zu dieser Idee, also die ersten 18 Minuten des Films, in denen noch kein Essen vom Himmel fällt, sind ein großer Spaß für alle Altersgruppen.

Raus aus der Sardinen-Krise

A FILM BY A LOT OF PEOPLE

Mit diesem ehrlichen, sympathischen Credit beginnt der Animationsfilm, gefolgt von einer klassischen Eröffnungssequenz, die sich an den Meilensteinen im Werdegang des jungen Flint entlang hangelt – also all seinen gescheiterten Erfindungen. Dann gibt’s eine schöne, Erzähler-begleitete Einführung in die sehr spezielle Problematik der »Sardinen-Krise«, die ja die Handlung bzw. das Fleischbällchen überhaupt erst ins Rollen bringt. Von der ersten Minute an lernen wir markante Charaktere in einem mit Gags und Ideen vollgestopften Bilderreigen kennen. Oh je, ob diese Qualität über satte 90 Minuten gehalten werden kann?

Filmtipps: Weitere großartige Animationsfilme sind etwa Die Eiskönigin (2013) und – schon längst ein Klassiker des Genres – Findet Nemo (2003).

Dickes, fettes: Ja! Liebenswert verschrobene Hauptfiguren und übertriebenst witzige Nebenfiguren (mein Favorit: der exzentrische Cop, bester Papa von Welt) treiben hier ohne Durststrecken durch einen Plot, der in Sachen Klimax in die Vollen geht: Viel spektakulärer kann man ein kulinarisches Finale kaum gestalten. Hier beantwortet sich die Frage, wie wohl eine von Roland Emmerich inszeniert Koch-Show daherkäme?

Fazit zu Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen

Rattenvögel als Running Gags, ein Affen-Gedanken-Übersetzer von grandioser Nutzlosigkeit – bis zur spontanen Zweckentfremdung – und dieses verrückte Man-Baby! Hach, da lassen sich zu viele Dinge aufzählen, die extrem lustig sind. Von den erstklassigen Animationen mal ganz zu schweigen. Da fliegt einem Essen um die Ohren, das nicht nur zum Anbeißen aussieht, sondern auch in seiner jeweiligen Konsistenz bemerkenswert »echt«. Die Dramaturgie zieht im Laufe des Films gekonnt das Tempo an, ohne die Dynamik zwischen den Figuren über den Haufen zu werfen. Kurzum: Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen ist ein spannender, irre komischer und nebenbei natürlich zutiefst gesellschaftskritischer Film!

Der Trailer zum Film Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen:

ANOTHER FILM BY A LOT OF PEOPLE

Die Fortsetzung, Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2, aus dem Jahr 2013 bietet ein Wiedersehen mit den lieb gewonnenen Charakteren und ihrem herrlich verschrobenen Humor. Dabei knüpft die Story nahtlos an Teil 1 an (samt schönen Meta-Kommentar zu diesem dramaturgischen Kniff). Dass der Plot der Fortsetzung trotz der Kürze von 92 Minuten ein paar spürbare Längen hat, macht dieser Film mit einigen neuen Figuren wett, die wirklich lustig sind – allen voran die Orang-Utan-Dame Barb. Gesamtwertung: 7 von 10 Sterne.

Gesprochen wird Barb in der deutschen Synchro übrigens von Cindy von Marzahn. Hier ein Blick ins Tonstudio:

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