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Stranger Things · Mystery mit Millie Bobby Brown | Serie 2016-19 | Kritik

Zuletzt aktualisiert am 9. Juli 2019 um 6:34

Die Brüder Matt und Ross Duffer drehten in dem Alter, in dem die Kinder-Clique aus Stranger Things monströse Abenteuer erlebt, bereits mit einer Hi8-Videokamera erste kleine Filme. Mit besagter Mystery-Serie wurde das Brüder-Duo inzwischen international bekannt. Seit dem 4. Juli 2019 ist auf Netflix die dritte Staffel zu sehen. Sie steuert den starken Cast geradewegs in ein neues Kapitel grandioser Monster-Action.

Score vom Bleiben
Beitragsbild zur Serie »Stranger Things«

Hinweis: Dieser Blogbeitrag enthält keine Spoiler zu Stranger Things. Vorweg noch ein paar Geschenke-Tipps für Fans der Serie.

Mystery im 80er-Jahre-Mantel

Zum Inhalt: Anfang der 80er Jahre in der fiktiven Kleinstadt Hawkins – irgendwo in Indiana. Das Leben des Jungen Will Byers (Noah Schnapp) dreht sich um seine kleine Familie – die alleinerziehende Mutter Joyce (Winona Ryder) und den älteren Bruder Jonathan (Charlie Heaton) – sowie um seine drei besten Freunde. (Obwohl man natürlich nur einen besten Freund haben kann, aber das wird in der Serie geklärt.) Zu viert sind die Jungs Will, Lucas, Dustin und Mike eigentlich ein unschlagbares Team. Doch eines Tages verschwindet Will spurlos – und stattdessen taucht ein Mädchen auf (Millie Bobby Brown), das die Nummer 11 auf den Arm tätowiert hat. Eine Reihe sehr »stranger« Ereignisse nimmt seinen Lauf. Fortan ist das verschlafene Hawkins für ein Magnet für mysteriöse Geschichten und Gestalten.

Die Mystery-Serie Stranger Things kommt in einem wohligen 80er-Jahre-Look und -Feeling daher. Nicht nur, was die zeitliche Verortung der Handlung angeht, sondern rundum, vom stylischen Intro bis zum stimmigen Score. Auch Referenzen an die 80er (sowie die 70er) Jahre sind über die bis dato zwei Staffeln reichlich gestreut. Von A wie Altered State (1980) von Ken Russell – was das Thema sensorische Deprivation angeht – bis Z… oh, nein… V wie Videodrome (1983) von David Cronenberg – hinsichtlich einer markant hervortretenden Wand (ohne hier zu viel verraten zu wollen). In der dritten Staffel nehmen die Referenzen unter anderem mit Kinobesuchen (Day of the Dead und Zurück in die Zukunft – also doch bis Z, endlich) fröhlich ihren Lauf. Das Zombie-Element à la Romero wird auch noch auf andere, kreative Art und Weise in die Serie bespielt.

Lesetipp: Ein ausführliches A-Z aller großen Filmreferenzen zu Stranger Things liefert Scott Tobias (Vulture), auf Englisch.

Starke Kids und große Namen

Stranger Things ist ein echtes Herzprojekt für Liebhaber*innen des Horror- und Mystery-Genres und all seiner Klassiker, in die sich die Serie unmittelbar einreiht. Abgesehen von einem etwas blassen Bösewicht in Staffel 1 bekommst du es hier mit einer ganzen Reihe interessanter, witziger Figuren zu tun, die von sichtlich spielfreudigen Darsteller*innen verkörpert werden.

Darunter, angesichts der vielen Kinderrollen, etliche »Neuentdeckungen«. Insbesondere Gaten Matarazzo als Dustin und Millie Bobby Brown als mysteriöses Mädchen hinterlassen einen starken Eindruck. Über drei Staffeln hinweg sorgt das schlichte Heranwachsen dieser charismatischen Charaktere mit ihren pubertären Krisen und Eigenarten für großartige Momente (Stichwort: Neverending Story). Auf erwachsener Seite ist die Serie mit Winona Ryder (Edward mit den Scherenhänden, Night on Earth) und David Harbour (Zeiten des Aufruhrs) starbesetzt.

Fazit zu Stranger Things

Der Produktionsaufwand dieser Serie ist state of the arts – mit ziemlich coolen Kulissen und Kreaturen. Allein beim CGI-Schleim in Staffel 1 fallen die Computereffekte zuweilen negativ auf, was jedoch angesichts der 80er-Jahre-Settings leicht zu entschuldigen und spätestens in Staffel 3 vergessen ist. In der Montage wird gelegentlich von unnötigen Rückblenden Gebrauch gemacht, doch auch das ist Jammern auf hohem Niveau. Insgesamt bietet Stranger Things ein echt spannendes und super unterhaltsames Seherlebnis – von Staffel 1 bis 3, eine empfehlenswerte Zeitreise!

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